Thomas Buhé Jazzgitarrist

Liebe Leser,

Thomas Buhé hat mich gebeten, einen offenen Dankbrief an seine treue Gefolgschaft im Internet zu veröffentlichen. Er ist mittlerweile 93 Jahre alt und spielt, wie man auf dem Bild sieht, immer noch seine alte Roger Gitarre. Eigentlich sollte man lebende Künstler nicht als Legenden bezeichnen doch im Fall Thomas Buhé, der im Jahre 1920 geboren wurde, ist dies angebracht und so danke ich der Gitarren-Legende Buhé und wünsche Ihm noch viele interessante Lebensjahre!

Stefan Lob von Schlaggitarren.de

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Thomas Buhé Jazzgitarrist, Autor, Pädagoge

geb. 26.09.1920, BerlinThomas Buhe0001

 

Liebe Gitarrenfreunde,

als vor etwa 70 Jahren, nach dem bösen Krieg, zur Stunde „Null“, mir das Schicksal ausgerechnet eine Archtop-Gitarre vor die Füße legte, ahnte ich nicht, dass ich eine märchenhafte Ent­wicklung dieses Instruments miterleben sollte, an der ganze Völkerscharen verschiedener Interessen und Fähigkeiten beteiligt waren.

Inspiriert vom Jazz-Virus und dem Wissensdurst der jungen Gene­ration fand ich schließlich meine Lebensaufgabe, die mich nicht mehr losließ und mir die Begegnung mit zahlreichen interessier­ten und schöpferischen Kollegen, Schülern, Studenten, Solisten und Autoren bescherte, die mir bis heute nahe stehen.

Staunend verfolge ich, wie aus der Tradition der „Old School“, die Folgegeneration ihre „New School“ entwickelt und ihren kulturellen Beitrag leistet, wie Wissenschaftler, Autoren und Pädagogen die historischen Inhalte veralteter Tonträger und Bilder  wieder zugänglich machen.

Herzlichen Dank Euch allen, die mir getreulich halfen bei der Bewältigung moderner Medien und neuer Technik!

Good luck, keep swinging

Euer

Thomas Buhe unterschrift

Vollmassive Archtop Jazzgitarre im Calace-Stil

Eigenbau von Martin Kemmler


 

Nach vielen Restaurationen entstand der Wunsch, auch einmal eine eigene vollmassive Archtop Gitarre selbst zu bauen. Nach gründlicher Vorbereitung und praktischem Unterricht beim Gitarrenbauer und Freund Anton Sandner entstand im Laufe des Sommers ein einfaches, klassisches Modell ohne Cutaway, wie es ungefähr in den 1930er und 1940er Jahren v. a. in Amerika gebaut wurde. Decke, Boden und Hals wurden aus Hölzern gefertigt, die mindestens 50 Jahre gelagert waren. Der akustische Klang ist überraschend voluminös und ausgewogen – entsprechend den Erwartungen an eine vollmassive Gitarre.


 Sound File


 

Die Gitarre hat folgende Merkmale:

  • Handgeschnitzte gecarvte Fichtendecke und geflammter Ahornboden
  • Zargen aus geflammtem Ahorn (3 mm massiv)
  • Body: 16,5 Zoll (42 cm), 2 Längsbalken, Reifchen aus Mahagoni
  • F-Löcher entsprechend „Calace“
  • Länge 104 cm
  • Zargentiefe: 90 mm
  • Hals: 7 teilig (Ahorn/Birne/Buche/Birne/Buche/Birne/Ahorn)
  • Eingeleimter Halsstab aus Vierkant-Edelstahl (10×10 mm)
  • Kopfplatte: Palisander mit Einlage geflammter Ahorn
  • Mensur: 65 cm
  • 20 Bünde plus Nullbund
  • Sattelbreite: 44 mm
  • Saitenbreite: 55 mm
  • Binding: 3 mm (4 fach s/w/s/w)
  • Handgeschnitzte Brücke aus Palisander, verstellbar
  • Schlagbrett Fichte mit Binding
  • Orange/rotbraune Sunburst-Lackierung (Nitrolack)
  • Angenehme Bespielbarkeit wie bei einer modernen Gitarre, sehr gute Saitenlage
  • Besaitung derzeit Bronze Martin (12er) Clapton´s Choice 

Mein Dank geht an Anton Sandner, der viele Tricks und Kniffe im Gitarrenbau vermittelte und an Stefan Lob, der die uralten Hölzer bereitstellte!