Bau einer vollmassiven Archtop Cello Bassgitarre mit Longscale Mensur von Martin Kemmler

Bau einer vollmassiven Archtop Cello Bassgitarre mit Longscale Mensur

Meine Tochter, eine junge, ambitionierte Jazz-Bassistin, animierte mich zum Bau eines Archtop-Basses. Er sollte wie ein Kontrabass „fretless“, also ohne Bünde sein, allerdings mit Bundmarkierungen. Da sie auch elektrische Fender-Jazzbässe spielt, sollte dieses Instrument ebenfalls eine Longscale-Mensur bekommen.

Es ist bekannt, dass ein großes Volumen des Corpus tiefe Frequenzen unterstützt. Dies ist bei einer Bassgitarre sinnvoll durch eine beträchtliche Zargentiefe zu erreichen (hier 15 cm).

Das Instrument wurde aus einer Cello-Decke und einem Cello-Boden (30 Jahre alte Fichte bzw. sehr gut abgelagertem Ahorn) aus dem Vollen herausgearbeitet. Die Decke erhielt eine Stärke von 10 mm und zwei unterschiedlich starke Längsbalken. Sämtliche Bindings und Zierstreifen bestehen aus Echtholz. Griffbrett, Kopfplatte, Saitenhalter und teilweise die Brücke bestehen aus Ebenholz. Die Einlagen im Griffbrett, Saitenhalter und Kopfplatte sind aus Perlmutt.

Mit den verwendeten Thomastik-Saiten (mit Phosphorbronze umwickelter Nylonkern) produziert der Bass sehr schöne, rein akustische Töne mit überraschender Lautstärke!

Der Bass weist folgende Merkmale auf:

  • Modell „Helen“
  • Korpus: 17 Zoll mit F-Löchern
  • Bebalkung: Parallel-Bracing, Reifchen aus Mahagoni
  • Longscale-Mensur 86,36 cm (34´´) analog Fender Jazzbasss
  • Vollmassive, handgeschnitzte Decke aus luftgetrockneter Fichte, Cellodecke, stammt aus Beständen der Musima (30 bis 40 Jahre alt)
  • Vollmassiver, handgeschnitzter Boden aus luftgetrocknetem bosnischen geflammtem Ahorn (Celloboden, mindestens 20 Jahre gelagert)
  • Zargen: Geflammter massiver Ahorn
  • Hals: luftgetrockneter, sehr alter geflammter bosnischer Ahorn, Sattelbreite 42 mm
  • Griffbrett: 12er Radius, fretless, Ebenholz mit Bundmarkierungen aus Ahorn
  • Hals justierbar mit 2-Wege-Halsstab (Imbusmutter)
  • Sattel aus Horn, poliert
  • Kopfplatte: Ebenholz mit Perlmutt-Einlagen und Ebenholz Blende
  • Mechaniken: Schaller Da-Vinci in Gold
  • Binding: Decke und Boden: Echtholzbinding aus Ahorn
  • Saitenhalter: Messinghalter mit Blende aus Ebenholz, Perlmutt-Einlagen
  • Brücke: massives Ebenholz/bosn. Ahorn, verstellbar (Seitenbreite 52 mm)
  • Lackierung: blond (Nitrocellulose Lack)
  • Besaitung: Thomastik Phosphorbronze mit Nylonkern (0,41, 0,53, 0,68, 0,86)

 

Building of a Longscale Full Massive Archtop Cello Guitar Bass

My daughter Helen, an ambitious young Jazz bass player, reminded me, that I once promised her to build an Archtop guitar bass. The instrument needs not to have frets since she also plays contrabass. Her Archtop bass should have a 34´´ scale since she uses to play also Fender Jazz bass!

It is well known, that a large volume of the corpus produces deep frequencies. The solution to achieve this goal is simply to build an instrument with deep sides. Here they got 5,9 inches (15 cm).

The bass was handcarved from a Cello spruce top and a Cello back (30 year old spruce and well stored maple). The thickness of the well arched spruce top is 10 mm having also two parallel bracings.

All bindings and purflings are from solid wood. Fingerboard, headplate, tailpiece and partially bridge consist of ebony. The inlays are mother of pearl.

With the Thomastik strings (Phosphorbronze wired on Nyloncore) the instrument produces a very fine pure acoustic basstone with a remarkable power!

The bass has the following features:

  • Custom model: „Helen“
  • Corpus: 17 inches with F-holes
  • Parallel-bracing
  • Longscale 86,36 cm (34 inches) analog Fender Jazz basss
  • Handcarved cello spruce top (30 – 40 years old) and flamed bosnian maple back
  • Sides: flamed maple
  • Neck: bosnian maple
  • Fingerboard: 12´ radius, fretless, ebony with mit fretmarkers from maple
  • Neck with adjustable trussrod
  • Saddle made from polished horn (saddle 42 mm wide)
  • Headplate made of ebony with inlay of mother of pearl
  • Tuners: Schaller Da-Vinci Bass in Gold
  • Binding: massive wood
  • Tailpiece: brass with ebony cover and inlays of mother of pearl
  • Bridge: adjustable, ebony/maple (distance from E to G string: 52 mm)
  • Blonde Nitrocellulose laquer
  • Strings: Thomastik Phosphorbronze wired on Nyloncore (0,41, 0,53, 0,68, 0,86)

Hörbeispiel

Handgeschnitzte Jazzgitarre MK III – Blond

Handgeschnitzte Jazzgitarre MK III – Blond von Martin Kemmler

Diese vollmassive Gitarre wurde wieder komplett in meiner Werkstatt vom Juni bis November 2014 von Hand aus besten Hölzern gebaut und lackiert. Griffbrett und  Brücke wurden als Teile zugekauft. Ansonsten wurden sämtliche Holzteile aus dem vollen Holz herausgearbeitet.


 

Die Gitarre weist folgende Merkmale auf:

  • Korpus: 17 Zoll mit Cutaway (Benedetto-Form) und klassischen F-Löchern in Kurt-Seifert Form, Bebalkung: Parallel-Bracing, Reifchen aus Mahagoni
  • Mensur 62,5 cm
  • Vollmassive, handgeschnitzte Decke aus luftgetrockneter Fichte, Cellodecke, stammt aus Beständen der Musima, mindestens 20 Jahre alt (eher 30 bis 40 Jahre alt)
  • Vollmassiver, handgeschnitzter Boden aus luftgetrocknetem bosnischen geflammtem Ahorn (Celloboden) aus dem Jahr 2003
  • Zargen: Geflammter massiver Ahorn
  • Hals: luftgetrockneter, sehr alter geflammter bosnischer Ahorn sowie altes Mahagoni (aus einem Türrahmen, der im Jahr 1980 verbaut wurde). Dreiteiliger Hals Ahorn/Mahagoni/Ahorn aus einem Stück von Halszunge bis Kopfplatte (Zunge und Halsfuß nicht angestückelt)!
  • Griffbrett: 30 Jahre altes luftgetrocknetes Ebenholz, 24 Bünde, Einlagen Perlmutt, 12er Radius
  • Hals justierbar mit 2-Wege-Halsstab (Imbusmutter)
  • Knochensattel, poliert
  • Kopfplatte: Ebenholz mit Perlmutt-Einlagen und Ebenholz Blende
  • Mechaniken: Schaller GrandTune (offen) mit vergoldeten Zahnrädern
  • Binding: Decke 5-lagig mit Fishbone-Muster, Boden: 2-lagig, Hals: 1-lagig mit Dots
  • Saitenhalter: geerdeter Halter mit Perlmutt-Einlagen
  • Tonabnehmer: Kent Armstrong Slimbucker mit Ton- und Volumenregelung /Thumbwheel -Potis unter dem Schlagbrett) und Endpin-Jack am Saitenhalter
  • Brücke: Höfner-Brücke aus massivem Ebenholz mit Metallreitern
  • Lackierung: Votteler Nitrocellulose Lack (Polier- und Schwabbellack)
  • Besaitung: 12er Thomastik Flatwound

Dieses Modell weist eine schwächere Wölbung der Decke gegenüber der Vorgängerin auf. Die Bebalkung erfolgte wieder parallel, jedoch über die gesamte Länge des Korpus.

Der Klang dieser Gitarre ist sehr offen und weist bei nahezu gleicher Deckenstärke deutlich mehr Sustain auf. Siehe Klangbeispiel „Alicia´s Lullaby“ (Lucas Kemmler).


 

„Alicia´s Lullaby“ (Lucas Kemmler)

Sound-Demo akustisch

Sound-Demo verstärkt

Komplett-Restauration einer vollmassiven Herbert Todt Jazzgitarre von Martin Kemmler


 

Wenn man einmal eine Jazzgitarre von Herbert Todt in den Händen halten und sie eventuell anspielen darf, ist einem sofort bewusst, dass hier einer der besten Gitarrenbauer – und nicht nur in Markneukirchen, sondern weltweit – am Werk war. Es sind wunderbar ausgearbeitete Decken und Böden, die nur in mühevoller Handarbeit hergestellt werden konnten!
Die vorliegende Gitarre würde jedoch auf den ersten Blick eher als Wrack bezeichnet werden! Die Halszunge war abgebrochen und verloren gegangen. Ebenso war der Halsfuß gebrochen und wurde unfachmännisch mit Weißleim „zusammengeklebt“. Da Weißleim für Instrumente in der Regel völlig ungeeignet ist, weil er auf Zug langsam nachgibt, wurde das Griffbrett von oben durchbohrt und eine 8 mm Holzschraube in den Hals hineingedreht! So wurde das Instrument wieder spielbar und man konnte, obwohl so malträtiert, hören, dass es eine wunderbare Gitarre ist.
Auf den zweiten Blick konnte man erkennen, dass dies Defekte waren, die man beheben konnte und der gesamte Korpus unversehrt war. Lediglich der übliche Zargenüberstand hat zur Öffnung und Ablösung des Bodens von der Zarge geführt. Der Hals wies auch unter Spannung keine Krümmung auf! Der Lack war stark ausgeblichen und teilweise verwittert. An den vom Sonnenlicht verschonten Stellen (z. B. am Schraubhals innen) konnte man sehen, dass die Gitarre ursprünglich ein hellbraunes bis braunes Sunburst trug! Der Boden und die Zargen weisen herrlich geflammter Ahorn auf!

Der wunderbare Klang des Instruments spielgelt die hohe Kunst des Gitarrenbauers Herbert Todt in vollem Umfang wieder!


 

 


Nachfolgend die Beschreibung der einzelnen Arbeitsschritte:

 

Arbeiten am Hals:

  • alte Bünde entfernt, 8 mm Holzschraube entfernt;
  • Halszunge aus Palisander und original alten Bindingresten  wiederhergestellt;
  • Fehlende Perlmutt Intarsien ersetzt und Löcher farbtreu verschlossen;
  • Bohrloch am Griffbrett verfüllt und mit Palisander verschlossen, Griffbrett abgerichtet;
  • Bundierung (Bünde verklebt, egalisiert, profiliert, poliert);
  • Weißleim am Halsfuss entfernt und neu verleimt, Stabilisation Halsfuss (unsichtbar)
  • Halswinkel angepasst und Sitz des Schraubhalses optimiert;
  • Mechaniken gerichtet u. defekte Teile ersetzt;
  • alle Metallteile poliert, Sattel gerichtet, Griffbrett gewachst und poliert.

 

Arbeiten am Korpus:

  • Alter, stark verwitterter Lack entfernt;
  • Loses Binding verklebt und Löcher verfüllt;
  • Zargenüberstand beseitigt (Öffnen am Endblock und Kürzung der Zargen)
  • Korpus und Hals verschliffen;
  • Erstlackierung dünn mit klarem Nitrolack, Feinschliff, Sunburst-Lackierung, Fixieren mit klarem Nitrolack, Feinschliff, mehrere sehr dünne Schichten Nitrolack (je mit Zwischenschliff, nass);
  • Feinschliff nass, Hochglanzpolitur;
  • Metallteile montiert, Schlagbrett in Originalform aus massivem ostindischem Palisander hergestellt und montiert, Brücke angepasst;
  • Saiten aufgezogen (Phospor Bronze, Clapton´s choice von Martin, 12er), justiert und gestimmt.

 

 

Handgeschnitzte, vollmassive 17 Zoll Archtop Jazzgitarre mit Cutaway

Von Martin Kemmler

Im Frühjahr 2014 entstand eine 17 Zoll Jazzgitarre, die aus dem vollen Holz von Hand herausgearbeitet wurde. Ein Freund vermachte mir 32 Cellodecken aus Fichte, die er vor ca. 20 Jahren aus der Konkursmasse der Musima herauskaufte. Als Boden wurde ebenfalls ein abgelagerter Rohling für ein Cello aus geflammtem Ahorn verwendet. Fichtendecke und Ahornboden wurden nach Anleitung aus dem Buch von Robert Benedetto von Hand herausgearbeitet.

Im Unterschied zu Benedetto erhielten Decke und Boden wesentlich stärkere Wölbungen.

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Klassische Instrumente wie Celli und Violinen haben ebenfalls starke Wölbungen und klingen besonders warm und voluminös. Es soll eine Jazzgitarre mit warmem Klang entstehen – im Gegensatz zu vielen deutschen Schlaggitarren, die oft sehr hell und höhenreich klingen, bis hinein zu einem klirrenden, fast schon scheppernden Klangbild.

 

 

Als Klangvorbilder dienen Gitarren von Epiphone (Broadway aus den 40er Jahren), Gibson Super 400 und Artur Lang.

Beim Restaurieren von Jazzgitarren fiel mir auf, dass handgeschnitzte Jazzgitarren mit stärkerer Wölbung von Decke und Boden und starkem Carving (z. B. Lang und Otwin) einen hervorragenden Klang aufweisen. Da die Decken zum Teil sehr dünn herausgearbeitet wurden (Bsp. Otwin-Gitarren) ist das Ansprechverhalten naturgemäß sehr gut – aber auch das Sustain ist ausgeprägt. Darüber hinaus weisen stark gewölbte Jazzgitarren eine sehr gute Dynamik auf. Offensichtlich vereint man mit einer stark gewölbten und etwas dünneren Decke Klangeigenschaften, die sich sonst eher ausschließen.

Dieser Beobachtung folgend, wurden Decke und Boden ohne Vorlage freihändig geschnitzt. Die Angaben für die Stärken der Fichtendecke (je nach Region) von Robert Benedetto wurden jedoch beachtet.

Als Pickup wurde ein flacher Kent Armstrong eingebaut. Unter dem Schlagbrett wurden zwei Thumbwheel-Potis für Volume und Tone angebracht. Die Klinkenbuchse ist als Endpin ausgeführt.

Im Unterschied zur Vorlage Benedettos konnten durch die stärkere Wölbung der Decke etwas

schwächere und kürzere Balken eingebaut werden. Das soll den warmen und voluminösen Ton unterstützen.

 

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Die Gitarre hat folgende Merkmale:

  • Abmessungen 17 Zoll mit Cutaway (Benedetto-Form)
  • Handgeschnitzte Fichtendecke und handgeschnitzter, geflammter Ahornboden, parallel-Bracing
  • Zargen aus geflammtem Ahorn (2,5 mm massiv)
  • Reifchen aus Mahagoni
  • F-Löcher entsprechend „Kurt Seifert“
  • Länge 107 cm
  • Zargentiefe: 84mm
  • Hals: geflammter Ahorn mit 2-Wege-Halsstab, Schwalbenschwanz; eingeleimt
  • Kopfplatte: Ebenholz mit Einlagen aus Perlmutt entsprechend Gibson, eigenes Logo
  • Mensur: 65 cm, Ebenholz Griffbrett, Einlagen Perlmutt entsprechend Gibson Super 400
  • 22 Bünde, Knochensattel
  • Sattelbreite: 45 mm
  • Saitenbreite: 60 mm
  • Binding: Decke und Boden (6 fach) plus Fishbone Purfling, Hals und Kopfplatte 3-fach
  • Brücke aus Ebenholz (Höfner Modell)
  • Schlagbrett Ebenholz mit Einlagen
  • Saitenhalter: Eigenbau mit Perlmutt-Einlagen, Erdung der Saiten)
  • Kent Armstrong Pickup mit Tone- und Volumecontrol (Thumbwheels)
  • Schaller Vintage Mechaniken
  • Gelborange/rotbraune Sunburst-Lackierung (Nitrolack)
  • Angenehme Bespielbarkeit, sehr gute Saitenlage
  • Besaitung: Thomastik Flatwound (12er)

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Die Gitarre weist die gewünschten positiven Klangeigenschaften als Jazzgitarre auf und ist überdies hervorragend bespielbar.

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Klangbeispiel

Alicia´s Lullaby von Attila Zoller, gespielt von Lucas Kemmler

 

Akustisch 

Verstärkt 

 

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Vollmassive Archtop Jazzgitarre im Calace-Stil

Eigenbau von Martin Kemmler


 

Nach vielen Restaurationen entstand der Wunsch, auch einmal eine eigene vollmassive Archtop Gitarre selbst zu bauen. Nach gründlicher Vorbereitung und praktischem Unterricht beim Gitarrenbauer und Freund Anton Sandner entstand im Laufe des Sommers ein einfaches, klassisches Modell ohne Cutaway, wie es ungefähr in den 1930er und 1940er Jahren v. a. in Amerika gebaut wurde. Decke, Boden und Hals wurden aus Hölzern gefertigt, die mindestens 50 Jahre gelagert waren. Der akustische Klang ist überraschend voluminös und ausgewogen – entsprechend den Erwartungen an eine vollmassive Gitarre.


 Sound File


 

Die Gitarre hat folgende Merkmale:

  • Handgeschnitzte gecarvte Fichtendecke und geflammter Ahornboden
  • Zargen aus geflammtem Ahorn (3 mm massiv)
  • Body: 16,5 Zoll (42 cm), 2 Längsbalken, Reifchen aus Mahagoni
  • F-Löcher entsprechend „Calace“
  • Länge 104 cm
  • Zargentiefe: 90 mm
  • Hals: 7 teilig (Ahorn/Birne/Buche/Birne/Buche/Birne/Ahorn)
  • Eingeleimter Halsstab aus Vierkant-Edelstahl (10×10 mm)
  • Kopfplatte: Palisander mit Einlage geflammter Ahorn
  • Mensur: 65 cm
  • 20 Bünde plus Nullbund
  • Sattelbreite: 44 mm
  • Saitenbreite: 55 mm
  • Binding: 3 mm (4 fach s/w/s/w)
  • Handgeschnitzte Brücke aus Palisander, verstellbar
  • Schlagbrett Fichte mit Binding
  • Orange/rotbraune Sunburst-Lackierung (Nitrolack)
  • Angenehme Bespielbarkeit wie bei einer modernen Gitarre, sehr gute Saitenlage
  • Besaitung derzeit Bronze Martin (12er) Clapton´s Choice 

Mein Dank geht an Anton Sandner, der viele Tricks und Kniffe im Gitarrenbau vermittelte und an Stefan Lob, der die uralten Hölzer bereitstellte!

Martins Restaurationen

 

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Martin Kemmler Eigenbau


 

 

 

 

 

 

 

 

Musima 1655 von Martin Kemmler

Musima 1655 von Martin Kemmler
mit Originalaufkleber Pionierpalast Berlin.
Restauration von Martin Kemmler.

Restauration:

  • Hals abschrauben, Body leimen, Hals anpassen;
  • Überarbeiteung Elektronik;
  • Überarbeitung Hals (Bünde, Biegung mit Halsstab justiert);
  • Aufarbeitung Lack, Mechaniken, Metallteile;
  • Aufziehen von 11er D´Addario Saiten

Ein klasse Instrument, das auch ohne Verstärkung sehr laut klingt!

Vor der Restauration


© Martin Kemmler

Nach der Restauration


© Martin Kemmler

Restauration einer vogtländischen Gitarre im ROGER Stil

von Martin Kemmler

 

Diese vollmassive Gitarre ist bzgl. der Maße einer von Herbert Rittinger restaurierten Migma-Wander identisch (vgl. www.schlaggitarren.de, Gitarren-Restaurationen von Herbert Rittinger). *

Sie war bei einem früheren Restaurationsversuch übel zugerichtet worden:

  • Der Korpus war unfachmännisch abgeschliffen worden;
  • eine Zarge war verzogen und vom Korpus abgelöst;
  • der an sich gerade Hals war zwischen den Bünden tief eingeschliffen;
  • die Bundierung musste erneuert werden;
  • die Hardware fehlte.

Folgende Arbeiten wurden durchgeführt:

  • Biegen und Neuverleimung der Zarge;
  • Entfernung der Bundierung und des Binding am Hals;
  • Egalisierung Griffbrett und Sägen der Bundschlitze;
  • Anbringen des original Binding am Hals und Anfertigung eines Sattels;
  • neu bundiert, egalisiert, profiliert und poliert;
  • Vorbereitung der Oberflächen und Neulackierung;
  • Steg aus Ebenholz angepasst;
  • Montage eines Schaller Pickups und eines Endpin-Jacks;
  • Anfertigung eines Schlagbretts aus Tortoise in Originalform;
  • Metallteile poliert, montiert, besaitet, eingestellt und gestimmt.[/List]

    Die Stimmstabilität der Gitarre ist ausgesprochen gut, da der Hals äußerst starr ist. Klang und Bespielbarkeit der Gitarre sind hervorragend.

    *Anmerkung Stefan Lob

    Da Wenzel Rossmeisl im Herzen von Markneukirchen die Werkstatt von Peter Harlan übernommen hat, haben viele Handwerker aus der Gegend für Ihn gearbeitet. Nachdem Rossmeisl enteignet wurde und die Werkstatt in den Besitz der MUSIMA überging, haben einige vogtländische Gitarrenbauer noch Gitarren in diesem Roger typischen Stil gebaut (zum Teil aus original, vorgefertigten Teilen).


    © Martin Kemmler

    © Martin Kemmler

Restauration einer Framus Cutaway 5/68

von Martin Kemmler

Dieses substanziell gut erhaltene Framus Modell Cutaway 5/68 (vgl. http://www.framus-vintage.de) erhielt ich von einem Bekannten aus Franken zu einem fairen Preis. Die nachfolgend beschriebene Restauration führte ich für meinen Sohn Lucas durch, der sich zu dieser Zeit auf Klassenfahrt in Frankreich befand.

Die Archtop Modelle Cutaway wurden von 1958 bis 1965 in den Framus-Werken in Bubenreuth hergestellt. Zum Teil wurden massive Fichtendecken verbaut, wie auch in dieser Gitarre. Sie trug noch folgenden Aufkleber, welcher der Restauration zum Opfer fiel: Franz Spengler, Musikinstrumentenbau Nürnberg, Wölkernstraße 22, Tel.: 46654. Dort wurde sie offenbar verkauft.

Vor der Restauration wurde die Gitarre ca. ein Jahr gespielt. Man konnte das Potential am guten Sustain der Bässe erahnen, welches in dieser ca. fünfzig Jahre alten Gitarre schlummerte. Allerdings war der Klang sehr dumpf bzw. arm an Höhen.

Die dunklen Lackschichten der Sunburst Lackierung waren erkennbar zersetzt. Die sehr dick aufgetragene dunkle Originalfarbe war teerartig weich geworden und dämpfte ganz offensichtlich die hohen Frequenzen!

Nach Abschluss aller notwendigen Arbeiten war ich äußerst überrascht über den phantastisch ausgewogenen und brillianten Klang. Auch die Lautstärke und besonders das Sustain haben sich noch einmal verbessert. Ganz offensichtlich hatte der vielschichtig und sehr dünn aufgebrachte neue Nitrocelluloselack diese durchschlagende Verbesserung bewirkt. Mit dem komfortablen Griffbrett (42 mm am Nullbund) und der guten Saitenlage lässt sie sich mühelos spielen. Verstärkt mittels des hervorragenden Bill Lawrence Tonabnehmers kann die Gitarre mit heutigen Archtop Modellen in den oberen Preisregionen mühelos mithalten!

Als mein Sohn Lucas von der Klassenfahrt zurückkam, rief er aus seinem Zimmer: „Papa, das ist der absolute Oberburner“! Nach dem Anspielen der Gitarre fragte er ungläubig: „Ist das wirklich dieselbe Gitarre?“ Ich bejahte, natürlich, und erklärte ihm, dass der neue Lack, die leichte Brücke und die nun gut verankerten Bundstäbe in Verbindung mit dem alten Holz den Superklang bewirken.

Vor der Restauration


© Martin Kemmler

Folgende Arbeiten wurden durchgeführt:

  • Verkleben eines langen Risses entlang der Zarge und schließen zweier hässlicher 12 mm großer Bohrlöcher in der Zarge
  • Griffbrett abgezogen, poliert und gewachst
  • Bundstäbe komplett erneuert, egalisiert, profiliert und poliert
  • Lose Bindings wieder befestigt und fehlendes Binding farbtreu ersetzt
  • Komplette Entfernung des alten Lackes und Vorbereitung zur Neulackierung
  • Neulackierung mit Nitrocelluloselack, geschliffen und poliert
  • Steg mit Metallreitern aus Ebenholz hergestellt und angepasst
  • Anfertigung eines Schlagbretts mit schwarzem Mooreiche-Furnier und weißem Binding, Unterbringung der Elektronik unter dem Schlagbrett (Volume- und Tonepoti, Kondensator), Fixierung des Bill Lawrence Floating Pickups
  • Einsetzen einer Klinkenbuchse, die als Gurtpin nutzbar ist
  • Saitenhalter repariert und poliert, Mechaniken überholt und poliert
  • Montiert, besaitet, eingestellt und gestimmt

Nach der Restauration


© Martin Kemmler

Datenblatt

Restauration einer Gitarre von Herbert Todt mit seltenen Griffbretteinlagen

von Martin Kemmler

Diese schmucke vollmassive Schlaggitarre mit Griffbretteinlagen aus echtem Perlmutt war leider völlig aus dem Leim gegangen, so dass die Gitarre nicht spielbar war und dem Zug von Saiten nicht mehr standhielt. Der geschraubte Hals war jedoch pfeilgerade.

Die Neuverleimung des Korpus erledigte der Gitarrenbauer Anton Sandner aus Baiersdorf. Dieser jedoch schimpfte fürchterlich, hatte doch ein „Bastler“ sich mit Kaltleim an diesem schönen Stück versucht. Er entfernte die alten Leimreste und brachte Block, Zargen und Binding wieder in die richtige Position. Die folgenden Arbeiten konnten nun vorgenommen werden:

  • Einstellung des Halswinkels (Abnahme am Hals) aufgrund der Leimung des Korpus, Korpuspassfläche gesäubert und geschliffen
  • Einbau des vom Vorbesitzer ausgebauten Rellog-Tonabnehmers in den Hals
  • Bünde abgerichtet und poliert, Griffbrett gesäubert, gewachst und poliert
  • entlackt, geschliffen, lackier und poliert
  • Saitenhalter und Mechaniken poliert und montiert
  • Anfertigung einer originalgetreuen Brücke aus Ebenholz, Anpassung an Korpus, Neubesaitung;
  • Anbringung der originalen Schlagplatte und Verdrahtung des Tonabnehmers mit einer eingesetzten Klinkenbuchse, die als Gurtpin verwendet werden kann

Heraus gekommen ist eine wunderbare Gitarre. Sowohl klanglich als auch optisch ist sie ein Meisterwerk Herbert Todts!

Das Datenblatt enthält Angaben zur Gitarre.

Vor der Restauration


© Martin Kemmler

Nach der Restauration


© Martin Kemmler

Datenblatt