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RESTAURATION EINER HOPF 320 SL VON HERBERT RITTINGER

RESTAURATION EINER  HOPF 320 SL
GEBAUT VON GUSTAV GLASSL

Dieses Mal hat eine üppige, in die Jahre gekommene Schönheit aus dem hohen Norden den Weg zu mir gefunden.

Ihr Zustand war, in Anbetracht ihres Alters, durchaus passabel.

 Die Untersuchung führte zu folgender Diagnose:


  • 5 Risse, 11 Bohrlöcher und Schäden in der Decke
  • 9 Bohrlöcher in der Zarge
  • lose Bindings an Korpus, Schalllöchern und Hals
  • beschädigtes Binding am großen Bug
  • 17 Bohrlöcher im Hals
  • offene Leimfuge und Riss im Halsfuß
  • Hals-Gurtpinbefestigung 2x außermittig
  • Steg nicht original
  • Schlagbrett nicht original
  • desolater Zustand der Lackierung



Restaurationsbericht:

Zuerst demontierte ich die Gitarre. Es folgte die Nachverleimung der Bindings und Einlagen am Hals und das Tuning des Griffbretts und der Bundstäbe. Die Stabilisierung der Deckenrisse war der nächste Schritt.  Danach war die Verleimung und Ausbesserung der Bindings am Korpus und an den Schalllöchern an der Reihe. Nach dem Entlacken, Feinschleifen und Retuschieren konnte die schrittweise volltransparente Lackierung, mit Zwischenschliffen,  künstlicher Alterung und Hochglanzpolitur in Angriff genommen werden. Aus gesundheitlichen, optischen und klanglichen Erwägungen verwende ich keinen Nitrocelluloselack.

Nach der Neuanfertigung der fehlenden und der Überarbeitung der vorhandenen Hardware sowie der Endmontage, dem Stimmen und Justieren, war dieses Projekt beendet.

Besonders gespannt war ich auf das klangliche Ergebnis, im Vergleich zur Zwillingsschwester, die sich ebenfalls in meiner Sammlung befindet. (siehe Bild)  Auch diese Gitarre wurde von mir restauriert, mit dem Unterschied, dass ich in diesem Fall auf eine Neulackierung verzichtet hatte, da der originale Lack in einem sehr guten Zustand war.


Das Ergebnis belegt in eindrucksvoller Weise den positiven Einfluss einer optimalen Lackierung auf den Klang.



 Bilder vor der Restauration:



Die Arbeiten im Einzelnen: 

  • Gitarre demontiert
  • Einlagen und lose Bindings am Hals verleimt
  • Bundstäbe unterkoffert
  • Bünde abgerichtet, profiliert, Enden verrundet und poliert
  • Griffbrett überarbeitet, geschliffen, poliert und gewachst
  • Deckenrisse verleimt
  • Bindings am Korpus und an den Schalllöchern verleimt und ausgebessert
  • Korpus und Hals entlackt, feingeschliffen und retuschiert
  • Lackierung mit Zwischenschliff, künstlicher Alterung, Endschliff und Politur
  • Steg neu, gewichtsoptimiert, angepasst und poliert
  • Originalschlagbrett von Zwillingsmodell überarbeitet, modifiziert und montiert
  • PU + Regler + Klinkenbuchse auf Schlagbrett montiert.
  • Mechaniken überholt
  • montiert, besaitet und justiert
  • dokumentiert und fotografiert


Bilder vor dem Lackieren:



Bilder nach der Restauration:



Nachrüstung:


  • Verstellbarer Steg aus Ebenholz
  • Original Schlagplatte
  • Kent Armstrong Alnico Slimbucker mit Tonregler und Klinkenbuchse
  • Gurthalter Halsfuß


Datenblatt:

Datenblatt Hopf 320 SL