Artikel über ROGER GUITARREN

von Herbert Rittinger / Update 2021

KAP01FAMILIENGESCHICHTE UND DIE ANFÄNGE DER FIRMA ROGER
o NEU – Ergänzung der Ereignisse und Stationen in Wenzels Leben
o Wenzel und Elisabeth Rossmeisl
o Ereignisse und Stationen in Wenzels Leben
o Entstehung und Entwicklung der Roger Guitarren
o Informationen über Franz Hirsch
o Die Roger-Guitarren von 1930 – 1940
KAP02DIE BERLINER ZEIT / GERMAN CARVE / MARKNEUKIRCHEN
o Neu – Neues Unterkapitel – Ära Roger 1951-53
o Die Berliner Zeit 1945 – 1946
o Entwicklung in den Jahren 1946 / 47
o Die Berliner Zeit 1947 – 1953
o Werkstatt in Markneukirchen
o Patente „german carve“
KAP03MITTENWALD 1955 – 1960
o Die Ära Mittenwald 1955 – 1960
o Die Ära Neumarkt St. Veit 1960 – 1968
o Die Zeit von 1968 bis Ende 1969
KAP04DIE ROGER MODELLE NACH 1947
o Roger Guitarren nach 1947
KAP05ROGER MODELLE UND IHRE SPEZIFIKATIONEN
o Korpus
o Hälse
o Hardware
KAP06SONSTIGES
o Neu – Ergänzung der Seriennummern
o Neu – Neuer Algorithmus zur Berechnung des Herstelldatums
o Wie klingt eine ROGER ?
o ROGER Guitarren – Fertigung
o Auswertung der Seriennummertabelle
o Zusatzinformationen
o Kataloge und Preislisetn
o Schlusswort
o Danksagung

KAPITEL 6 SONSTIGES

BILDER VON UND MIT ROGER GUITARREN

AUDIO – VIDEO MIT ROGER GUITARREN

WIE KLINGT EINE ROGER ?

Aufgrund der speziellen Herstellungsweise von Decke und Boden ist die ROGER eng verwandt mit einer FLATTOP. Kein Wunder also, dass diese Verwandtschaft auch im Klangverhalten zum Ausdruck kommt.

Der völlig eigenständige Klang der ROGER kann mit folgenden Attributen beschrieben werden:

LAUT – PERKUSSIV – ROSSIG

Mit sehr guter Ansprache, gutem Durchsetzungsvermögen und einem schnellen Attack. Die Bässe und das Sustain sind in der Regel nicht übermäßig ausgebildet, dafür sind aber die Mitten sehr stark.

Elektrisch gespielt gibt es, der dicken Decken wegen, weniger Probleme mit dem Feedback.

Zum elektrischen Sound möchte ich kein Urteil abgeben, zumal die standardmäßigen Hals-Pickups von Fuma nicht gerade zur Premiumklasse der Tonabnehmer zählen.

Für mich steht das akustische Spiel im Vordergrund weil es den eigenständigen Klang des Instruments am besten zu vermitteln vermag.

Wegen dieser Eigenschaften ist die ROGER sehr beliebt bei den Anhängern des Gypsy Jazz, aber auch in anderen Stilrichtungen macht sie eine gute Figur.

Die Beschreibung der klanglichen Eigenschaften von German-Carve Modellen trifft aber nicht für alle Instrumente in gleichem Maße zu. Es hat sich gezeigt, dass Unterschiede in der Endbearbeitung von Decken und Böden, aber auch die Masse (Dicke) derselben das Klangbild verändern.

Gitarren mit leichter Deckenwölbung, infolge größerer Übergänge der Hohlkehle zur Deckenmitte hin, klingen jazziger und weicher. Das trifft vorwiegend für Instrumente und Komponenten zu, die von gelernten Geigenbauern wie Olga Adelmann und Adi Feil fertiggestellt wurden.

Wichtiger Hinweis:

Um das Leistungsvermögen einer ROGER voll ausschöpfen zu können braucht es starke Saiten. Unter .013 sollte keine ROGER bestückt sein. Keine Angst, der Hals hält das aus wenn die Verleimung des Griffbretts in Ordnung ist.

Meine bevorzugten Saiten sind Roundwounds .013

ROGER GUITARREN AUS FERTIGUNGSTECHNISCHER SICHT – GERMAN-CARVE MODELLE

Für einen Menschen wie mich, der sich, aufgrund seiner Ausbildung und beruflichen Tätigkeit, zeitlebens mit der Rationalisierung von Organisations- und Fertigungsprozessen beschäftigt hat, war es interessant, das Fertigungsmanagement von ROGER zu studieren und auszuwerten. Was dabei herauskam hat mich positiv überrascht.

Die nachfolgende Auflistung und Erläuterung der einzelnen Rationalisierungsmaßnahmen sollen den hohen Stellenwert des Kostenmanagements im Hause ROGER dokumentieren:

Rationalisierung bei der Herstellung von Decken und Böden – German Carve

  • geringere Brettstärke und Verwendung von parallelen Brettern
  • plane Decke: Einsparung an Bearbeitungszeit, keine Steganpassung notwendig
  • Hohlkehle gefräst: Es mussten nur die Ränder nachgearbeitet werden
  • Plane, gefräste Decken-Innenkontur: Keine Nacharbeit erforderlich

Rationalisierungsmaßnahmen den Korpus betreffend

  • Es gibt nur eine Korpusform- und Größe für die meistverkauften Modelle
  • Schalllöcher nicht nachgearbeitet
  • Symmetrische F- Löcher erfordern nur eine Schablone
  • Schalllöcher nicht eingefasst, mit Ausnahme des Modells SUPER
  • Sparsames Binding beim meistverkauften Modell JUNIOR

Rationalisierungsmaßnahmen den Hals betreffend

  • Durch die konische Mittelholzplatte im Rohblock entfällt die Bearbeitung der Halsbreite
  • Hals- und Halsfußprofil mittels Profilwerkzeugen fertig gefräst
  • Das Halsfußende wird durch angeleimte Restholzstücke auf Maß gebracht
  • schichtverleimtes, geschliffenes u. lackiertes Holz erübrigt eine zusätzliche Kopfplatte
  • Keine Ziereinlagen in der Kopfplatte
  • Halslackierung nur in naturell für alle Modelle und Farboptionen
  • Kein Perlmutt für das Logo und dessen Einlage; Logo als Abzugsbild ab ca.1957
  • Keine Verwendung von teurem Ebenholz für das Griffbrett und den Steg bis ca.1959
  • Keine Perlmutteinlagen im Griffbrett bis Ende der 50er Jahre
  • Kein Binding an Hals und Kopfplatte beim Modell JUNIOR
  • Verzicht auf eingelegte Metallschiene und Trussrod bis Ende der 50er Jahre
  • Verwendung von preiswerten aber qualitativ guten, offenen Einzelmechaniken
  • Bevorzugte Verwendung der Mechaniken mit LOGO für alle Modelle bis Ende der 50er Jahre

Sonstige kostensparende Maßnahmen

  • Es gab keine Sonderanfertigungen wie dies bei vielen anderen Herstellern üblich war.
  • Auch bei der Lackierung wurde gespart. Es gab nur rotbraun schattiert und naturell
  • Konsequente Verwertung von Werkstoffen und Teilen; nichts wurde weggeworfen.

Beispiel Label: Alle vorhandenen Label wurden aufgebraucht. So gab es beispielsweise keinen Zettel von der Berliner Werkstatt in der Lützowstraße. Die Instrumente aus der dortigen Produktion wurden alle mit dem Label aus der Lutherstraße gemarkt. Ähnliches passierte auch nach dem Umzug von Mittenwald nach Neumarkt St. Veit.

  • Auch bei den Katalogen wurde konsequent gespart.

All diesen Bemühungen liegt ein hohes Maß an Kreativität und Erfindergeist zugrunde.

Wenzel Rossmeisl war es gelungen seinen wichtigsten Leitsatz auf seine Firma zu übertragen:

GRÖSSTMÖGLICHER NUTZEN BEI GERINGSTMÖGLICHEM AUFWAND

Bemerkenswert ist, dass alle Maßnahmen zur Minimierung der Kosten weder die Funktionalität noch das Erscheinungsbild negativ beeinflussen. Vielmehr verleiht der Verzicht auf jeglichen Schnickschnack dem Äußeren eine zeitlose Eleganz und ist Teil des Erfolgs von ROGER.

Mir ist kein Unternehmen in dieser Branche aufgefallen, das einen ähnlich hohen Rationalisierungsgrad in seinen Fertigungsprozessen vorweisen kann wie dies bei ROGER der Fall war.

SERIENNUMMERNTABELLE

Die Erfassung von ROGER GUITARREN, welche ein Label mit Seriennummer tragen, ist ein wichtiges, unverzichtbares Hilfsmittel bei der Beantwortung von Fragen zu folgenden Themen:

  • Stückzahlbestimmung
  • Bestimmung von Herstellungsdatum und Herstellungsort der Gitarren
  • Art und Grund der Änderungen sowie deren zeitliche Zuordnung
  • Historische, firmeninterne Ereignisse und Veränderungen

Die nachfolgende EXCEL-Tabelle enthält die wichtigsten Merkmale die für die Identifikation der Gitarren relevant sind. In der Spalte Herst. Datum gibt es vereinzelt fettgedruckte Datumsangaben. Diese stammen von Instrumenten, von denen entweder das exakte Verkaufsdatum bekannt ist, oder die konstruktive Merkmale aufweisen, anhand derer sie einem sehr begrenzten Zeitraum zugeordnet werden können. Durch Interpolation dieser sogenannten Eckdaten wird nun für alle dazwischen liegenden Seriennummern das Herstelldatum errechnet. Das Ergebnis liefert eine Produktabsatzkurve über den gesamten Fertigungszeitraum. Hat man erst einmal die Herstellzeit den Seriennummern zugeordnet, kann man auch den ungefähren Zeitpunkt für die verschiedenen Produktänderungen ermitteln. Die entsprechenden Formeln sind in der Tabelle hinterlegt. Je mehr verlässliche Eckdaten diese Kurve besitzt, desto genauer wird das Ergebnis.

Deshalb eine große Bitte an alle ROGER-Besitzer:

Wenn Ihr ein Instrument mit Label und indentifizierbarer Seriennummer habt, schreibt bitte alle Daten der Reihenfolge nach so auf, wie sie in der Tabelle dargestellt sind. Ganz toll wäre es, wenn Ihr noch zusätzliche zeitliche Angaben über den Erstkauf machen könntet. Schickt mir einfach eine Mail mit Bildern von der Gitarre, auf denen man die einzelnen Merkmale auch optisch erkennen kann und ich verspreche Euch, dass ich die Tabelle von Zeit zu Zeit updaten werde.

Vergesst bitte nicht mir mitzuteilen was in der Quellenangabe stehen soll. DANKE !!!

EXCEL-SERIENNUMMERN- TABELLE

AUSWERTUNG DER SERIENNUMMERNTABELLE

Wie bei Sammelobjekten üblich, ist die Frage nach der gefertigten Stückzahl immer von großem Interesse. Die Beantwortung derselben ist in der Regel meistens sehr schwierig und zeitaufwendig. Im vorliegenden Fall war es von großem Vorteil, dass ROGER, im Gegensatz zu Artur LANG, seine Erzeugnisse mit einer Seriennummer ausgestattet hat. Viel Zeit und Recherchearbeit hat dabei die Erstellung und Auswertung der Nummerntabelle in Anspruch genommen.

Die erste Aufgabe war, die Bedeutung und Systematik der Seriennummern herauszufinden.

Aus allen Recherchen und Fakten geht zweifelsfrei hervor, dass die Nummern fortlaufend sind und bei 1 beginnen. Allerdings gibt es einen zeitbedingten Nummernsprung mit dem Beginn der Ära Mittenwald.

Im Seriennummernbereich von 400 bis 3200 sollte die maximale Abweichung vom errechneten zum tatsächlichen Herstellungsdatum weniger als 1/2 Jahr betragen.

Außerhalb dieses Bereichs kann die Abweichung größer sein.

Stückzahl der ROGER-GUITARREN mit Seriennummer: ca. 3100

Bei der vorgenannten Stückzahlangabe wurden ausschließlich Gitarren mit Label und Seriennummer berücksichtigt. In meinem umfangreichen Bildarchiv befinden sich sehr viele Rogers mit Label, aber ohne Seriennummer. Zusätzlich existieren auch Gitarren ohne Label, von denen vermutlich der Großteil aus Original-Roger-Teilen nachträglich komplettiert wurde. Der Anteil dieser nicht gemarkten Instrumente liegt bei ca. 30 Prozent.

Der Verdacht liegt nahe, dass Wenzel Rossmeisl einen guten Teil seiner Produktion aus steuerlichen Gründen nicht markte um den Unternehmensgewinn zusätzlich zu steigern.

Wenn man diese Dunkelziffer mit einrechnet, dürfte die Gesamtstückzahl aller gefertigten ROGER-GUITARREN bei deutlich über 4000 liegen.

ZUSÄTZLICHE INFORMATIONEN ZU DEN STÜCKZAHLEN EINZELNER MODELLE:

Das Modell LUXUS SPECIAL mit Doppelcutaway wurde ab der Mittenwalder Zeit nur dreimal, in geringer Stückzahl, aufgelegt.

  • Insgesamt 10 Stück im Jahre 1957 in Mittenwald
  • Eine Stückzahl in der ähnlichen Größenordnung, Anfang der 60er Jahre in Neumarkt St. Veit
  • 2 Stück, gebaut von Helmut Buchsteiner 1968 in Neumarkt St. Veit

In sehr geringer Stückzahl wurden auch die Modelle ELEKTRIK und ELECTRIK BASS aufgelegt, weil nach Aussagen der bei ROGER beschäftigten Gitarrenbauer, für diese Modelle eine geringe Nachfrage bestand.

KATALOGE UND PREISLISTEN

Als ich versuchte, das mir zur Verfügung stehende Katalogmaterial in eine zeitliche Reihenfolge zu bringen, erlebte ich ein mittleres Waterloo. Weder ein Ausgabedatum noch sonstige Anhaltspunkte für eine zeitliche Zuordnung ließen sich finden. So begann ich über Veränderungen an den Modellen, deren Zeitpunkt ich kannte, das Entstehungsdatum einzukreisen. Die Verwirrung wurde immer größer. Eine Lösung zeichnete sich erst ab, als ich auf die Idee kam, das Thema mit Blickwinkel auf minimalsten Änderungsaufwand bei den Katalogen zu erforschen.

Ein wichtiges Ereignis ist der 17. August 1952, wo die Berliner Tageszeitung TELEGRAF, anlässlich der Übergabe der ROGER Gitarre Nr. 777 an Johannes Rediske, einen Artikel veröffentlichte. (siehe Berliner Zeit 1947-53) Im Vorfeld dieser Reportage wurde in der Werkstatt in der Lützowstraße eine Fotodokumentation erstellt. Die Bilder zeigen einzelne Arbeitsschritte von der Entstehung der Gitarren, bis hin zum Gruppenbild der Mitarbeiter im Ausstellungs- und Verkaufsraum. Ein Foto zeigt die Ausarbeitung der Hohlkehle mittels Daumenhobel. Die Hand die den Daumenhobel hält, gehört dem damals jungen Architekturstudenten Klaus Andrees, der zu dieser Zeit bei der Firma ROGER arbeitete. Diese Fotos wurden später in die Kataloge von Mittenwald/Neumarkt-St. Veit aufgenommen.

Der schematische Aufbau gliedert sich in 3 Kapitel:

  • Zuerst gibt es einen Einführungsteil mit vollmundiger Werbung für das Produkt
  • Im zweiten Teil werden einzelne Fertigungsschritte mit dem Konterfei des Meisters gezeigt.
  • Der dritte Teil beinhaltet Bildmaterial der jeweiligen Produkte und deren Spezifikation.

Im Falle von Änderungen in der Produktpalette wurde sehr oft nur die Produktbeschreibung angepasst. Die Bilder blieben meist unverändert. Aus Gründen der Sparsamkeit wurden jedoch die Lagerbestände des veralteten Prospektmaterials aufgebraucht.

Fazit: Die Beschreibung und Darstellung der einzelnen Modelle im Katalog entsprechen nicht immer dem zu dieser Zeit aktuellen Konstruktionsstand. Die Katalogunterlagen sind deshalb nicht verlässlich wenn es darum geht, Veränderungen an den Modellen zeitlich zuzuordnen.

Katalogbilder: neu einstellen wegen mehrfacher Änderung

Katalog 1 Berlin 1930 – 48 4 Bilder Die Bilder zeigen ausschließlich gewölbte Modelle

Katalog 2 Berlin 1948 – 53 3 Bilder gedruckt in Berlin von Roger Jan. 1951

Katalog 3 Berlin-Markneukirchen 1951 3 Bilder gedruckt von J. Schmidt 03.02.51 Markneukirchen

Katalog 4 Mittenwald 1955 11 Bilder Modellbilder ohne Beschreibung

Katalog 5 Mittenwald 1957 2 Bilder Flyer

Katalog 6 Neumarkt St. Veit 1960 8 Bilder Boosey & Hawks England

Katalog 7 VOSS 1962 1 Bild ROGER GUITARREN im VOSS-Katalog

Katalog 8 Neumarkt St. Veit 1963 8 Bilder

Katalog 9 Neumarkt St. Veit 1964 10 Bilder Faltprospekt

Katalog 10 Neumarkt St. Veit 1964 16 Bilder Stempel vom Ladengeschäft in München

Katalog 11 Verstärker – Tonabnehmer 6 Bilder Bremer – FUMA

Preislisten 7 Bilder

SCHLUSSWORT

Schon seit geraumer Zeit hatte ich mir vorgenommen, einen kurzen Bericht über Wenzel Rossmeisl und seine Guitarren zu schreiben, sozusagen als Ergänzung zum bisherigen Wissensstand, weil sich über die Jahre Informationen angesammelt hatten, die bislang noch nicht allgemein bekannt waren. Mehr als 4 DIN A4 Seiten sollten es auf keinen Fall werden. Zu diesem Zeitpunkt konnte ich jedoch nicht ahnen, welche Fülle an Informationen, über Wenzel, seine Firma, seine Guitarren und sein Leben, darauf warteten, offenbart zu werden. Und so beschreibt die Geschichte nicht nur die Entwicklung seiner Instrumente; sie zeichnet auch ein Bild seines Lebens mit all seinen Facetten. Ein Leben, geprägt von harter Arbeit und grandiosem Erfolg, das aber auch von Schicksalsschlägen und großer menschlicher Tragik nicht verschont geblieben ist.

Wenn ich heute eine ROGER in die Hand nehme und spiele, fühle ich tief in meinem Inneren eine gewisse Verbundenheit mit ihrem Meister und vielleicht ist dieses Gefühl das schönste Kompliment das ich Wenzel Rossmeisl machen kann.

Meine Aufgabe war es, die vielen Fakten zu sammeln und wie ein Mosaik zu einem passenden Ganzen zusammenzufügen. Sollte mir das gelungen sein, wäre dies ein schöner Lohn für meine Bemühungen.

Bei aller Sorgfalt und Prüfung bin ich mir aber sicher, dass mein Bericht an mancher Stelle einer Korrektur oder Ergänzung bedarf. Ich bin dankbar für jeden Hinweis, der dazu geeignet ist, die Dinge ins rechte Licht zu rücken und werde, im Falle von weiterführenden Erkenntnissen, diese gerne nachtragen.

DANKSAGUNG

Es ist mir ein großes Anliegen, mich bei den Personen ausdrücklich zu bedanken, die mich bei meinen Recherchen über die Maßen unterstützt haben. Ohne deren wertvolles INFO-und DOKU-Material wäre ein derart detaillierter Bericht über das Leben und Wirken von Wenzel Rossmeisl nicht möglich gewesen.

Thomas Buhé

Ihm verdanke ich durch seine tiefe Verbundenheit mit den Rossmeisls und seinem reichen Erfahrungsschatz über das Thema Jazzgitarre, eine Unmenge an fachlichen, geschichtlichen und intimen Informationen, darunter die gesamte Briefkorrespondenz mit Marianne Rossmeisl. Seine akribisch dokumentierten Erlebnisse, die er auch zum Teil in seinem Buch MEIN KALEIDOSKOP dem Leser zugänglich macht, waren für mich eine wahre Fundgrube.

Klaus Andrees

Das ist der ehemalige Student der Architektur, dessen Hand im ROGER-Katalog verewigt ist. Er stellte mir bereitwilligst seine umfangreichen Informationen und Dokumente über seine Zeit bei ROGER zur Verfügung.

Adolf Feil

arbeitete von 1956 bis 1961 als Gitarrenbauer bei ROGER. Von 1966 bis 1969 leitete er das Münchner Ladengeschäft. Sein profundes Wissen über den gesamten Fertigungsablauf, Art, Zeitpunkt und Umfang von Änderungen, wie auch seine Kenntnisse von betrieblichen und organisatorischen Gepflogenheiten, waren für meinen Artikel von unschätzbarem Wert.

Helmut Buchsteiner

arbeitete von 1959 bis 1961 als gelernter Gitarrenbauer bei ROGER, zusammen mit Adolf Feil.

1968 übernahm er als Meister die Pacht für die Firma ROGER bis Ende des Jahres 1969.

Von ihm stammen sehr viele Informationen über die Zeit in Neumarkt St.Veit.

Detaillierte Angaben zu seiner Person und seinen Instrumenten gibt es unter der Rubrik Hersteller.

Dieter Hense und Wolfgang Übel

Sie waren ehemals Mitarbeiter in der Werkstatt von Wenzel Rossmeisl in Markneukirchen und haben mit ihren detaillierten Informationen über ihre ehemalige Arbeitsstätte Licht ins Dunkel gebracht.

Hans Joachim Naydowski

Ist ein Cousin von Roger Raimond Rossmeisl. Von ihm habe ich vieles über die Lebensweise und das private Umfeld der Rossmeisls erfahren.

Erwin Rossmeisl

Ist ein entfernter Verwandter von Wenzel Rossmeisl aus der holländischen Linie der Rossmeisls. Ein Hobby von Erwin Rossmeisl ist die Ahnenforschung. Diesem glücklichen Umstand habe ich die ausführlichen Informationen über die Geschwister von Wenzel Rossmeisl zu verdanken.

Dr. Elmar Kesenheimer

Das ist ein Jazzfan, der sich neben der Musik sehr für Instrumente, deren Herkunft, Bauweise und Klang interessiert. Einige seiner Anregungen, Recherchen und Infos sind in diesen Bericht eingeflossen.

Als ich ihn fragte, ob er vielleicht Interesse hätte, den ROGER-BERICHT ins Englische zu übersetzen, hat er spontan zugesagt. Viele Gitarrenfreaks weltweit werden sich darüber sehr freuen.

Peter Strasser, Dr. Martin Kemmler, Kield Andersson

Gitarren Enthusiasten, denen neben den Instrumenten auch die Historie der deutschen Schlaggitarren sehr am Herzen liegt. Ihre Anregungen, Recherchen und Infos waren für mich sehr wertvoll.

Stefan Lob

Mein ganz besonderer Dank gilt Stefan Lob, der die Datenbanken des Museums Markneukirchen nach verwertbaren Informationen durchforscht hat und darüber hinaus durch die Beschaffung von Kontaktadressen, Infos, Bildmaterial und Seriennummern einen großen Beitrag geleistet hat. Er hat keine Mühe gescheut diesen umfangreichen Artikel, inklusive Update, ins Netz zu stellen.

Claudia und Günther Dress

Der Kontakt mit beiden, initiiert durch den ROGER-Artikel, war für mich ein einzigartiger Glücksfall. Claudia und Günther haben viele Jahre in München, in der Hohenzollernstraße 58, Tür an Tür mit den Rossmeisls gewohnt. Mit den Jahren entwickelte sich ein enges, familiäres Verhältnis zu Wenzel und Marianne, die das junge Paar mit ihren Kindern ins Herz geschlossen hatten. Nach dem Tode von Marianne Rossmeisl gingen deren gesamte persönliche Erinnerungsstücke in den Besitz von Claudia und Günther Dress über, die mir bereitwillig dieses umfangreiche Material für die ROGER-Biographie anboten. Annähernd 400 Bilder und Dokumente, von denen der größte Teil nun in der Bildergalerie zu sehen ist, geben nun tiefe Einblicke in das bewegte Leben von Wenzel Rossmeisl.

Liebe Claudia, vielen, vielen Dank für die Erstellung der unzähligen Bilder- und Dokumenten- Scanns, ebenso wie für die wertvollen Hintergrundinformationen.

Mein Dank gilt auch allen Freunden und Bekannten, Sammlern und Gitarren-Verrückten, die durch Anregungen, Infos und Daten einen Beitrag zu diesem Artikel geleistet haben.

Copyright:

Die Bilder Nr. 1 bis 245 in der Fotogalerie dürfen nur mit ausdrücklicher Genehmigung des Autors veröffentlicht werden.

Herbert Rittinger, im Januar 2021

KAPITEL 5 ROGER MODELLE UND IHRE SPEZIFIKATIONEN

KORPUS

Cutaway

Das venezianische Cutaway bei den 17 Inch-Modellen wird jedoch erst 1949 nach Einführung des German-Carve eingeführt. Alle gewölbten Modelle, mit Ausnahme der Modelle mit tiefem Ausschnitt, sind symmetrisch. Ab 1955 gibt es, bis auf ein paar Ausnahmen, nur Gitarren mit Cutaway, obwohl in den Katalogen die Modelle auch ohne Cutaway angeboten wurden.

Decken

Hölzer: Es wurde überwiegend Fichte verarbeitet, selten auch Mahagoni und Palisander. Bei der ULTRA- Ausführung wurde die Kombination Fichte/ Birne/ Fichte bevorzugt. In den 60er Jahren kam auch Laminat zum Einsatz

Form: gewölbt von Beginn bis kurz nach dem Krieg. Ab 1948 German-Carve. Anfang der 60er zusätzlich gewölbt-gepresst.

Schalllöcher:

Im Vergleich zu anderen Herstellern begnügte sich Wenzel Rossmeisl mit nur 2 verschiedenen Schalllochformen:

F-Löcher

Über den gesamten Fertigungszeitraum existieren drei unterschiedliche Formen:

Die erste Ausführung, von Fertigungsbeginn bis zu Anfang des Krieges, ist ein sehr elegantes schmales F. Die ellipsenförmigen Öffnungen am Anfang und am Ende sind, entsprechend dem Verhältnis von großem und kleinem Bug, unterschiedlich groß.

Mit Produktionsbeginn nach dem Krieg erfolgte die erste Änderung. Die Länge der Schalllöcher wurde vergrößert und die ellipsenförmigen Öffnungen am Ende sind nun gleich groß. Die Maße der Schalllöcher weisen eine relativ große Toleranzbreite auf, die durch die Art der Herstellung bedingt ist. Mittels Schablone und Stift wurden die Umrisse auf die Decke übertragen. Das Ausarbeiten der Löcher war reine Handarbeit.

Ein letztes Mal änderte sich die F-Loch Form mit Beginn der Produktion in Mittenwald. Die Breite wird signifikant vergrößert um die Montage der elektrischen Komponenten und deren Verkabelung im Korpus zu erleichtern. Es fällt auf, dass die Maßtoleranzen der Schalllöcher nun in einem sehr engen Bereich liegen. Im Unterschied zu früher werden die Schalllöcher nun mit Hilfe einer Schablone ausgefräst. Der Vorteil der einfacheren Montage von elektrischen Komponenten hatte aber leider einen spürbaren Verlust an Eleganz zur Folge.

tropfenförmige Löcher

Zeitgleich mit den Änderungen bei den F-Löchern wurde auch die Kontur der tropfenförmigen Löcher geändert.

Böden

Hölzer: Meistverwendetes Holz ist Ahorn, aber auch Mahagoni, Palisander, Buche, Eiche und Laminat sind zu finden. Buche und Eiche wurden nur kurz nach dem Krieg für plane Böden verwendet. Bei der ULTRA-Ausführung ist die Kombination Ahorn/ Birne /Ahorn häufig anzutreffen.

Form: gewölbt von Beginn bis kurz nach dem Krieg. Ab 1948 German-Carve. Flache Böden kurzzeitig nach dem Krieg, wegen Holzmangel. Anfang der 60er zusätzlich gewölbt-gepresst.

Zargen

Hölzer: Der Standard ist massives Ahorn, Mahagoni und andere Hölzer, sowie Laminat, sind die Ausnahme.

Label

Bilddokumentation der von ROGER benutzten Label über den gesamten Zeitraum

HÄLSE

Hölzer

Die am häufigsten verwendeten Materialien sind Ahorn und Birne, aber auch Mahagoni, Palisander, Eiche und Buche sind anzutreffen. Die Aweichungen von der Norm sind vor allem bei den Gitarren aus der ROGER-Ära 1951-53 feststellbar.

Halsformen – Profile

Es gibt 4 verschiedene Halskonstruktionen:

1. Ausführung mit separatem, ungesperrten und konischen Halsfuß.

Alle Modelle mit gewölbter Decke haben dieses Feature.

Bild 90 konischer Halsfuß Quelle: Lacquercracks

2. Ausführung mit parallelem Halsfuß. Hals + Fuß sind gesperrt und aus einem Stück.

Es wurden parallele Holzplatten mit unterschiedlicher Stärke verleimt. Die beiden äußeren Lagen sind relativ dick, damit für die nachfolgende Herstellung der konischen Halsbreite genügend Material zur Verfügung steht. Die Blockherstellung ist sehr einfach, aber für die konische Halsbreite sind zwei zusätzliche Arbeitsgänge erforderlich. Das Halsprofil ist elliptisch, das Halsfußprofil hingegen ist verrundet mit R<10mm.

Nach diesem Verfahren sind alle Modelle, ab Einführung des German-Carve, bis etwa 1950, hergestellt worden.

3. Ära Roger 1951-53 – wie Ausführung 2, jedoch 3-lagig, mit breiter paralleler Mittellage, ohne angeleimte Restholzstücke am Halsfußende. Die Rohlinge stammen nicht, wie alle anderen nach dem Krieg, aus der eigenen Produktion.

4. Ausführung mit parallelem Halsfuß. Hals + Fuß sind gesperrt und aus einem Stück.

Die mittlere Holzlage ist, entsprechend der gewünschten Breitenkonizität, in der Dicke keilförmig abgerichtet. Aus fertigungstechnischen Gründen ist die Dicke derselben, vor dem Abrichten, mindestens 1,5 cm. Es entsteht ein Block mit der fertigen Halsbreitenkontur. Diese Konstruktion wurde ab 1955 angewendet.

Hals und Halsfuß haben ein annähernd kreisrundes Profil.

Fertigung von Halsrohlingen der Ausführung 4

Die Rohlinge wurden mittels einer Bandsäge aus den konischen, schichtverleimten Blöcken geschnitten. Nach dem Anleimen der Seitenhölzer für das Paddel am schmalen Halsende folgte die Ausformung der Kopfplatte. Mit einem Formfräser wurde das Hals-und Halsfußprofil in einem Arbeitsgang hergestellt. . Sodann wurden Schichthölzer (Ahorn, Mahagoni, Birne etc.) auf das Fußende aufgeleimt, bis die erforderliche Höhe erreicht war. Nach dem Angleichen derselben an die vorhandene Kontur musste nur noch das Griffbrett aufgeleimt und die Bohrungen für die Mechaniken in die Kopfplatte eingebracht werden. Bei den Hälsen aus Neumarkt-St.Veit- Produktion kamen noch die Bearbeitungsschritte für die Halsverstärkung hinzu.

Bild 95 Fertigungsstufen, Hals mit Schiene Quelle: Snap

Im Normalfall ist die Halsdicke nicht konstant. Die Verdickung vom 1. bis zum 11. Bund beträgt in der Regel 2 bis max. 3 mm. Durch die kontinuierliche Verdickung und Verbreiterung soll eine möglichst gleichmäßige Biegung des Halses durch den Saitenzug erreicht werden.

Die genaue Vermessung von 16 Gitarren über den gesamten Nachkriegszeitraum ergab folgendes Bild:

  • Halsdicke am   1. Bund:   21 bis 25 mm
  • Halsdicke am 11. Bund:   23 bis 26 mm
  • Verdickung vom 1. bis 11. Bund:   0 bis 2,5 mm;  die Mehrheit liegt zwischen  1 bis 2mm
  • bei einer NON-CUT aus dem Jahr 48-50 verdünnt sich der Hals um 1,5 mm. (von 25 auf 23,5)
  • Halsbreite am Sattel:   41 bis 45,5 mm;  die Mehrheit liegt zwischen 42 und 44 mm
  • Halsbreite am Ende:    51,5 bis 55,5 mm; die Mehrheit liegt zwischen 52,5 und 55 mm
  • Die Maßunterschiede bei der Verdickung sind fertigungsbedingt.
  • Sie resultieren aus ungenauem Einrichten + Positionieren von Werkstück und Maschine.

Halsverstärkung 

Halsverstärkungen und einstellbare Gewindestangen gibt es bei den Roger-Guitarren erst ab ca.1959. Die Halsschienen sind aus Aluminium und haben entweder ein doppel T- Profil oder ein quadratisches Vollprofil 10mm x 10mm.

Bild 96 Hals mit Schiene Quelle: Ol’ Fret

Griffbretter und Einlagen

Die Griffbretter aller Modelle mit gewölbter Decke sind vorzugsweise aus Ebenholz und die Einlagen bestehen großteils aus Perlmutt.

Mit der Einführung des 17 Inch-Modells mit Cutaway kam fast ausschließlich Palisander zum Einsatz, wobei die Einlagen nunmehr aus Plastik sind. Bei den exklusiveren Modellen gab es auch vereinzelt Griffbretter aus Wenge. Hin und wieder findet man auch Ahorn.

Mit dem Beginn der 60er Jahre wurde wieder vorzugsweise Ebenholz und Perlmutt verwendet.

Die Vielfalt der Einlagen über den gesamten Zeitraum ist so groß, dass die Zuordnung derselben zu den verschiedenen Modellen und Fertigungszeiträumen nur mittels Tabellen übersichtlich dargestellt werden kann.

EXCEL-TABELLE – ROGER GRIFFBRETTEINLAGEN – Modelle mit gewölbtem Korpus

EXCEL-TABELLE – ROGER GRIFFBRETTEINLAGEN – Modelle mit German-Carve

Instrumente, mit senkrecht zur Längsachse des Halses geteilten Blockeinlagen, wurden hauptsächlich von Roger Raimond, in den Jahren 1951 – 53 produziert.

Lackierung

Die Hälse der Modelle mit gewölbter Decke waren in den Farben natur und braun- schattiert lackiert.

Mit der Einführung des German Carve sind alle Hälse einheitlich naturfarben. Der Grund hierfür ist unter anderem das neue Design der Kopfplatte. Die beste optische Wirkung der einzelnen Schichthölzer ist nur mit einer transparenten Beschichtung zu erzielen.

Kopfplatten – Form und Ausführung

Um die mannigfaltigen Gestaltungsvarianten der Kopfplatten den verschiedenen Modellen und Produktionszeiträumen zuordnen zu können, wurde ein passendes Schema entwickelt.

Es gibt zwei Unterscheidungsmerkmale:

  • Die Form der Kopfplatte. Sie wird durch einen Buchstaben gekennzeichnet.
  • Das verschiedenartige Design, welches einer Zahl zugeordnet wird.

Bitte beachten:

  • Kopfplatten ohne Randzierstreifen gehören zum Modell JUNIOR.
  • Alle anderen Modelle, außer SUPER, besitzen in der Regel einen Zierstreifen.
  • Das Top- Modell SUPER ist meist mit mehrstreifigen Rändern ausgestattet.

Im folgenden nun die Bilder mit Spezifikation für die einzelnen Typen:

  • Bild Nr. 114       
  • Typ A1
  • symmetrisch, separate Kopfplattenauflage        
  • Einlagen + Logo aus Perlmutt    
  • Zeitraum  ca. 1930 – 1939
  • Quelle:  Strasser            

  • Bild Nr. 115       
  • Typ A2
  • symmetrisch, separate Kopfplattenauflage
  • Einlagen + Logo aus Perlmutt
  • Zeitraum  ca. 1930 – 1939
  • Quelle:  MK
  • Bild Nr. 116       
  • Typ A3
  • symmetrisch, separate Kopfplattenauflage        
  • 4 Auflagen s/w aus Perloid+Logo aus Perlmutt 
  • Zeitraum:  bis 1939        
  • Quelle:  MK       

  • Bild 117                              
  • Typ A4 
  • symmetrisch, separate Kopfplattenauflage        
  • 2 keilförmige Auflagen aus Perloid         
  • Zeitraum  bis 1939          
  • Quelle:  lacquercrack                    
  • Bild Nr. 118       
  • Typ A5 
  • symmetrisch     
  • helle,  trapezf. Einlage + schwarzes Logo
  • Einlage und Logo aus Plastik      
  • Zeitraum:  ca. 1948        
  • Quelle:  HR        

  • Bild Nr. 119                       
  • Typ C1
  • symmetrisch
  • helle, trapezf.  Einlage + schwarzes Logo
  • Einlage und Logo aus Plastik
  • Zeitraum:  ca. 1948 – 49
  • Quelle: HR

  • Bild Nr. 120       
  • Typ C2 
  • symmetrisch     
  • schwarze,  trapezf.  Einlage + weißes Logo
  • Einlage und Logo aus Plastik      
  • Zeitraum: ca. 1946 – 58
  • Quelle:  HR        

  • Bild Nr. 121       
  • Typ C3
  • symmetrisch 
  • keine Einlage
  • Logo als Abziehbild in schwarz
  • Zeitraum: ca. 1956 – 62
  • Quelle:  HR

  • Bild Nr. 122
  • Typ D1 
  • symmetrisch
  • keine Einlage
  • Logo als Abziehbild in Gold
  • Zeitraum: ab ca. 1962
  • Quelle:  HR        

  • Bild Nr. 123       
  • Typ D2
  • symmetrisch 
  • keine Einlage
  • Logo als Abziehbild in schwarz
  • Zeitraum:   ca. 1959-63
  • Quelle:  HR        

  • Bild Nr. 124       
  • Typ D3 
  • symmetrisch     
  • keine Einlage    
  • Plastikspritzteil als Logo in weiss/gold
  • Zeitraum:  ab ca. 1964  
  • Quelle:  HR        
  • Bild Nr. 125       
  • Typ D4
  • symmetrisch 
  • keine Einlage
  • Plastikspritzteil als Logo in schwarz/gold
  • Zeitraum:  ab ca. 1964
  • Quelle:  MK       

  • Bild Nr. 126
  • Typ E1      
  • unsymmetrisch, separate Kopfplattenauflage 
  • Inlays + Logo aus Perlmutt 
  • Zeitraum:  Vorkriegszeit     
  • Quelle:  Arjen Ehlers          
  • Bild Nr. 127      
  • Typ E2
  • unsymmetrisch, separate Kopfplattenauflage 
  • Inlay aus Perlmutt,  Logo ist graviert
  • Zeitraum: Vorkriegszeit
  • Quelle:  Feiner 
  • Bild Nr. 128
  • Typ E3      
  • unsymmetrisch, separate Kopfplattenauflage
  • helle, trapezf.  Einlage + schwarzes Logo
  • Verzierungen und Logo aus Plastik
  • Zeitraum:  ca. 1946 – 47     
  • Quelle:  Feiner       
  • Bild Nr. 129           
  • Typ E4
  • unsymmetrisch 
  • Höfner-Kopfplatte mit Roger-Logo weiß
  • Einfachbinding,  Inlays + Logo aus Perlmutt
  • Zeitraum:  ca. 1962
  • Quelle:  Ol‘Fret      
  • Bild Nr. 130
  • Typ E5      
  • unsymmetrisch      
  • helle, trapezf.  Einlage + schwarzes Logo
  • Einlage und Logo aus Plastik         
  • Zeitraum:  ca. 1946 -53
  •  Quelle:  HR    

   

  • Bild Nr.131
  • Typ E6
  • unsymmetrisch 
  • schwarze, trapezf.  Einlage + weisses Logo
  • Einlage und Logo aus Plastik
  • Zeitraum:  ca. 1948 – 52
  • Quelle:  HR
  • Bild Nr. 132
  • Typ E7      
  • unsymmetrisch      
  • keine Einlage         
  • Logo als Abziehbild in schwarz
  • Zeitraum:  ab 1958
  • Quelle:  HR

  • Bild Nr. 133
  • Typ E8
  • unsymmetrisch 
  • keine Einlage
  • Logo als Abziehbild in gold
  • Zeitraum:  ab ca. 1962
  • Quelle:  unbekannt 
  • Bild Nr. 134
  • Typ E9      
  • unsymmetrisch      
  • keine Einlage         
  • Plastikspritzteil als Logo in weiss/gold
  • Zeitraum:  ab ca. 1964       
  • Quelle:  MK           
  • Bild Nr. 135            
  • Typ E10     
  • unsymmetrisch        
  • keine Einlage         
  • Plastikspritzteil als Logo in schwarz/gold    
  • Zeitraum:  ab ca. 1964       
  • Quelle:  HR            

HARDWARE

Von Beginn an bis zur Schließung der Werke in Berlin und Markneukirchen wurde die gesamte Hardware, außer den Tonabnehmern, von Lieferanten aus dem Vogtland und aus dem Egerland bezogen. Dies änderte sich als Wenzel Rossmeisl seinen Betrieb in Mittenwald eröffnete. Ab diesem Zeitpunkt bezog er sein Zubehör ausschließlich aus der BRD. Der Grund hierfür war, dass WR, seit seiner Abschiebung, nicht mehr in die DDR einreisen durfte.

Beschreibung + Bilder von standardmäßig verwendetem Zubehör.

Mechaniken

Von Anbeginn verwendete Wenzel Rossmeisl vorzugsweise einzelne, offene Mechaniken, in die er nach dem Krieg sein LOGO eingravieren ließ. Bandmechaniken tauchen nur nach dem Krieg in der Ära Berlin auf. Gegen Ende der Mittenwald Ära benutzte er, vor allem für die höherwertigen Modelle, gekapselte Einzelmechaniken von der Firma Kolb oder Van Gent.

  • Bild Nr. 136  
  • Ausführung 1
  • für Modelle vor dem Krieg
  • Herkunft:  Vogtland
  • Zeitraum:  bis 1939
  • Quelle:  bekannt
  • Bild Nr. 137
  • Ausführung 2
  • für Modelle:  alle, vorwiegend JUNIOR         
  • Herkunft: Vogtland / BRD   
  • Zeitraum:  ab 1946      
  •  Quelle:  HR 211         
  • Bild Nr. 138               
  • Ausführung 3           
  • für Modelle:  alle, außer SUPER
  • Hersteller: Kolb
  • Zeitraum:  ab Ära Mittenwald
  • Quelle:  1735 Buhé
  • Bild Nr. 139               
  • Ausführung 4
  • für Modelle: alle
  • Hersteller: Kolb
  • Zeitraum:  ab 1951, bevorzugt Ära-ROGER
  • Quelle:  2077 HR     
  • Bild Nr. 140               
  • Ausführung 5           
  • für Modelle:  alle, außer JUNIOR
  • Hersteller: Van Gent             
  • Zeitraum:  ab 1961 
  • Quelle:  3449 HR     
  • Bild Nr. 141               
  • Ausführung 6
  • für Modelle: STANDARD / SUPER
  • Hersteller:  Kolb
  • Zeitraum:  ab 1958
  • Quelle:  MK

Saitenhalter

  • Bild Nr.  N1               
  • Typ 1: Trapezblech mit Aussparungen + Logo
  • für Modell:  STANDARD Nr. 50          
  • Herkunft: Vogtland
  • Zeitraum: 1930er    
  • Quelle: MK
  • Bild Nr.  N2 und N2-1           
  • Typ 2: kurze Harfe mit Streben + Logo, Gussmodell
  • für Modelle:  SUPER              
  • Herkunft: Vogtland  
  • Zeitraum: 1930er    
  • Quelle:  Veenendaal
  • Bild Nr. 142               
  • Typ 3: Gretsch-Stil
  • für Modell:  Stromlinie Nr. 301
  • Herkunft: Vogtland
  • Zeitraum: bis 1939
  • Quelle:  Lacquercracks
  • Bild Nr. 143 bis 143-2                           
  • Typ 4: Trapez einfach, ohne und mit Streben
  • für Modelle:  verschiedene
  • Herkunft:  ABM Müller           
  • Zeitraum:  1946-52
  • Quelle:  HR
  • Bild Nr. 144
  • Typ 5: Trapez mit Streben + Logo
  • für Modelle:  verschiedene
  • Herkunft: Vogtland                
  • Zeitraum:  1946 bis 1952     
  • Quelle:  HR200         
  • Bild Nr. 145 bis 145-7           
  • Typ 6: Trapezblech mit Aussparungen + Logo
  • für Modelle:  alle
  • Herkunft: Vogtland                  
  • Zeitraum:  1946 bis 1953
  • Quelle:  HR
  • Bild Nr. 146 bis 146-2           
  • Typ 7: Harfe mit Streben + Logo, Gussmodell            
  • für Modelle:  LUXUS – SUPER             
  • Herkunft: Vogtland                
  • Zeitraum  1946 bis 1952      
  • Quelle:  HR
  • Bild Nr. 147   
  • Typ 8: Trapezblech ohne Streben    
  • für Modelle: bevorzugt SUPER
  • Herkunft: Roger Berlin  
  • Zeitraum  1951 – 1953
  • Quelle:  HR

  • Bild Nr. 148
  • Typ 9: Trapez mit 2 Quer-und 3 Längs-Streben         
  • für Modelle:  JUNIOR           
  • Lieferant: ABM Müller, Westgermany          
  • Zeitraum:  ab 1955                
  • Quelle:  HR
  • Bild Nr. 149
  • Typ 10: R-Design
  • für Modelle: ab STANDARD
  • Lieferant: ABM Müller, Westgermany
  • Zeitraum  ab ca. 56
  • Quelle:  HR
  • Bild Nr. 149
  • Typ 10: R-Design
  • für Modelle: ab STANDARD
  • Lieferant: ABM Müller, Westgermany
  • Zeitraum  ab ca. 56
  • Quelle:  HR

Stege

Über den gesamten Zeitraum sind 6 Ausführungen bekannt:

Ausf. 1: Unterteil S-förmig mit einem verlängerten Ende

Diese Ausführung findet man nur bei den Vorkriegsmodellen mit gewölbter Decke.

  • Bild Nr. 150               
  • Ausführung 1
  • Zeitraum:  1930 bis 1939
  • Quelle:  Arjen Ehlers

Ausf. 2: Unterteil S-förmig, symmetrisch, aber spiegelbildlich zu Ausführung 1.

Durch die Änderung der Kontur wurde Platz geschaffen für die Montage von elektronischen Komponenten unter dem Schlagbrett.

Zeitraum: 1946-53

  • Bild Nr. 151
  • Ausführung 2
  • Ansicht von vorne
  • Quelle:  HR
  • Bild Nr. 152
  • Ausführung 2
  • Ansicht von oben
  • Quelle:  HR

Ausf. 3: Unterteil symmetrisch, gerade

Zeitraum: nach dem Krieg bis zum Ende der Ära Berlin.

  • Bild Nr. 153
  • Ausführung 3
  • Quelle:  HR

Ausf. 4: Unterteil symmetrisch, gerade

Die Entwicklung erfolgte zeitgleich mit der Einführung des German-Carve.

Unter- und Oberteil sind mittels Langloch und Bohrungen gewichtsreduziert.

Diese Maßnahme hat einen positiven Einfluss auf die Klangübertragung.

Die gewichtsreduzierten Stege sind fast ausschließlich aus Palisander.

Dies hat 2 Gründe: Zum ersten passen sie optisch gut zu den Griffbrettern die ebenfalls überwiegend aus demselben Holz gefertigt sind. Zum zweiten wäre die Herstellung aus dem teueren, harten und spröden Ebenholz ungleich kostspieliger gewesen.

Von dieser Ausführung wurde nur eine geringe Stückzahl angefertigt und montiert.

  • Bild Nr. 154
  • Ausführung 4           
  • Ansicht von vorne  
  • Quelle:  HR
  • Bild Nr. 154a            
  • Ausführung 4
  • Ansicht von unten
  • Quelle:  HR        

Ausf. 5: Unterteil unsymmetrisch, gerade, auf der Diskantseite mit dem Oberteil bündig

Unter- und Oberteil sind wie Ausführung 4 gewichtsreduziert.

Dieser Steg wurde auf alle Modelle montiert.

Zeitraum: ab 1955

  • Bild Nr. 155               
  • Ausführung 5, gerade           
  • Quelle:  HR

Ausf. 6: Gleich wie Ausführung 5, mit dem Unterschied, dass die bassseitige Verlängerung des Unterteils nicht gerade, sondern geschwungen ist.

Mit diesem Steg wurden vorzugsweise die Premium- Modelle ausgestattet.

Zeitraum: ab 1955

Bild Nr. 156

  • Bild Nr. 156
  • Ausführung 6, Ende geschwungen 
  • Quelle:  Tats Ohisa 

Schlagbretter

Es gibt 3 Schlagbrettformen:

Form 1: Lange Ausführung mit einem spitzen Winkel an der Halsanbindung.

Sie wurde ausschließlich an Modelle ohne Cutaway montiert.

Zu finden ist dieses Design von 1930 bis zum Ende der Berliner Zeit.

Je nach Modell waren die Schlagbretter mit bis zu fünf Rändern verziert.

  • Bild Nr. 157
  • Schlagbrettform 1
  • für Gitarren ohne Cutaway
  • Quelle:  HR

Form 2: Lange Ausführung mit spitzen Winkeln an der Halsanbindung und am Brett-Ende.

Sie wurde ausschließlich an Gitarren ohne Cutaway verwendet.

Diese Nachkriegsentwicklung wurde bis zum Ende der Berliner Zeit verwendet.

Je nach Modell waren die Schlagbretter mit bis zu fünf Rändern verziert.

  • Bild Nr. 158
  • Schlagbrettform 2
  • für Gitarren ohne Cutaway
  • Quelle:  HR

Form 3: Kurze Ausführung mit spitzen Winkeln an der Halsanbindung und am Brett-Ende.

Sie wurde ausschließlich an Gitarren mit Cutaway verwendet.

Je nach Modell waren die Schlagbretter mit bis zu fünf Rändern verziert.

  • Bild Nr. 159               
  • Schlagbrettform 3  
  • für Gitarren mit Cutaway    
  • Modell JUNIOR aus ABS 3-lagig
  • Quelle:  HR
  • Bild Nr. 161
  • Schlagbrettform 3  
  • für Gitarren mit Cutaway    
  • Mod. SUPER aus Zelluloid mit 5 Rändern
  • Quelle:  HR

Tonabnehmer

Ausführliche Informationen zu diesem Thema gibt es im Artikel von Stefan Lob hier:

Link einfügen