ALOSA – Alois Sandner

Über ALOSA Gitarren und deren Erbauer Alois Sandner war bis jetzt noch nicht viel zu lesen außer, dass Sammler und Spieler dieser Gitarren einheitlich bestätigten, dass es sich bei den edleren ALOSA Gitarren (wie Black King & Solist) um sehr hochwertige Instrumente handelt und dass die hochwertigen Alois Sandner Gitarren in die Top Riege der deutschen Gitarren einzureihen sind.


© Fa. Alois Sandner Bubenreuth – ALOIS SANDNER AUF SEINEM VERKAUFSANHAENGER

Der Name Sandner und die Namensgleichheit mit den zwei weiteren Gitarrenbauern Franz Sandner (FASAN) & Josef Sandner (ISANA) ließ viel Freiheit zu Spekulationen, ob die drei aus der gleichen Familie stammten und vielleicht Brüder waren. Dank einer Aussage von der Firma Alois Sandner ist jetzt aber endlich etwas Licht ins Dunkel gekommen und man kann ausschließen, dass Herr Alois Sandner mit Franz & Josef verwandt war.

„Der Markenname ALOSA wurde von der Firma Alois Sandner in Bubenreuth verwendet. Es bestanden keine Verwandtschaftsbeziehungen zu den Marken FASAN oder ISANA. Im Egerland waren im Musikinstrumentenbereich viele Firmen mit dem Namen Sandner tätig. Dies war dort ein weit verbreiteter Name. Über die Verwandtschaft zwischen den Marken Fasan und Isana können wir nichts sagen, jedoch dürfte es ähnlich sein.“

Zitat Alosa

© Fa. Alois Sandner Bubenreuth

Alois Sandner (geb. 24.05.1909 ) war der Sohn von Josef Sandner, welcher 1908 am Ortsrand von Schönbach im Egerland die „Teichmühle“ gekauft hatte und diese zu einem Sägewerk für den Zuschnitt und Verkauf von Tonhölzern für den Musikinstrumentenbau ausbaute.

Alois Sandner hat in diesem Betrieb seine Lehre absolviert und im Zuge der Vertreibung aus Tschechien nach dem 2. WK siedelte die Familie nach Bayern um.

In Kalchreuth unterhielt er ein Lager für den Handel mit Musikinstrumenten und fertigte mit Hilfe von Heimarbeitern Gitarren an.

 

© Fa. Alois Sandner Bubenreuth

Der Betrieb firmierte unter den Namen „Alois Sandner“. 1953 erfolgte der Umzug nach Bubenreuth, wo auch viele andere vertriebene Instrumentenbauer ansässig geworden waren. In dem neu gebauten Wohnhaus befanden sich neben den Wohnräumen auch Werkstatträume, in denen die Instrumente, überwiegend Gitarren, gebaut wurden.

Die Zusammenarbeit mit nationalen Künstlern, wie René Carol oder Vico Torriani, förderte den Absatz der Gitarren und sorgte für einen breiten Bekanntheitsgrad. Im Jahr 1956 wurde die Werkstatt geschlossen und Alois Sandner konzentrierte sich auf den Handel mit Musikinstrumenten. Am 13.11.1984 starb Alois Sandner mit 75 Jahren.

Dieses Bild zeigt den bekannten Sänger und Entertainer Vicco Torrianibei einem Besuch in der ALOSA Werkstatt.
Vicco Torriani hat z.B. eine ALOSA Konzertgitarre in seinem Film „Gitarren der Liebe“ gespielt. Der Herr links
ist wieder Alois Sandner.

Teile des Textes und das Bild der „Teichmühle“ ist eine Zusammenfassung von der Webseite ALOIS SANDNER.
Nach Aussage der Firma Alois Sandner werden auf der Firmenwebseite in Zukunft auch noch detailliertere Informationen über die ALOSA Gitarren zu finden sein!


ALOSA – Ergänzung von Stefan Lob

Nach der Aussage von Herrn Friedrich (Gima/Voss) kaufte Alois Sandner auch bei GIMA ein und handelte auch mit Höfner Gitarren. Es gibt einen alten Katalog aus der Schönbacher Zeit, aus dem ersichtlich ist, dass Alois Sandner auch damals schon mit Gitarren gehandelt hat. Auf diesen Katalog warte ich leider noch.

Herr Karl Gerold Hannach (früher bei Hoyer) erzählte, dass einer von ALOSA´s Meister-Gitarrenbauer ein Herr Weidner war. Herr Weidner heiratete die Tochter von KLIRA Chef Otto-Josef-Klier. Danach wechselte er zu Klira und leitete dort die Gitarrenproduktion. Ab diesem Zeitpunk wurden bei Klira verstärkt Gitarren gebaut und die traditionelle Geigenproduktion ging zurück.

Als Kaufmann, der früher mit Tonhölzern und Gitarren handelte, war Alois Sandner ein geschickter Geschäftsmann der, wie viele andere, zum einen gute Beziehungen zu Zuliefererfirmen und Heimarbeitern hatte und andererseits schon früh mit Werbung und Messen seine Kunden gezielt angesprochen hat.


© Fa. Alois Sandner Bubenreuth

Das Bild mit dem Messestand zeigt das Produktspektrum der Firma Alois Sandner in den 50er Jahren.
Er vertrieb eine weite Bandbreite von Gitarrenmodellen. Von der ganz einfachen laminierten Schlaggitarre, mit gepressten Decken und Böden, bis zu extrem hochwertigen Schlaggitarrenmodellen, die aus dem vollen Holz gearbeitet wurden.

Das Gesamtspektrum rundeten Saiteninstrumente wie Mandolinen, Zithern und Bässe ab.

Eine Serie der hochwertigsten Gitarren Modelle hat ein signifikantes Merkmal: Sie besitzen neben den zwei üblichen Schallöchern in F-oder Sichelform ein drittes, rautenförmiges, Schalloch am Halsende.



Einzelne Modelle werden in der Rubrik „GALERIE“ vorgestellt. Es gibt keine wirkliche Modellinie. Er verwendete gerne die Bezeichnungen „Solist“, „Black Queen“, „Black King“ und „Lux“.

Auf dem Bild mit Vico Torriani kann man einen Tonabnehmer erkennen,
welcher in der Brücke integriert ist.
Diesen speziellen Tonabnehmer habe ich bis jetzt nur auf einer weiteren schwarzen
ALOSA „Solist“ gesehen, die in meinem Besitz ist.



In Bubenreuth und Nauheim gab es eine ganze Reihe von kleineren Betrieben und auch Heimarbeitern, die für Händler wie ALOSA gearbeitet haben. Herr Hannabach erzählte dass ALOSA auch Instrumente von Rudolph Hoyer bezog, welcher mit seinem Bruder Roman und seinem Vater Josef zusammen produzierte. Josef Hoyer war der Vater von Arnold Hoyer (Firma HOYER) und Rudolph und Josef waren Arnolds Brüder (mehr dazu bei HOYER).




Um sich ein genaueres Bild von ALOSA Gitarren zu machen,
solltet Ihr einen Blick in die Galerie werfen.
Dort werden einige Modelle vorgestellt.

Quellenverzeichnis

Stefan Lob für schlaggitarren.de veröffentlicht am 15.02.2009