RESTAURATION EINER LANG – SUPER – DELUXE

von Herbert Rittinger

Wieder einmal ist eine vornehme alte Dame in kritischem Zustand in die Notaufnahme meiner Gitarrenklinik eingeliefert worden.

Der Verkäufer hatte sich alle Mühe gegeben, die mannigfaltigen Verletzungen nicht zu offenbaren.

Umso erstaunter war ich, als ich bei der Übergabe des Instruments, in der Zarge, auf der Bassseite am großen Bug, zahllose klaffende Risse entdeckte. Dazu gesellten sich noch Decken- und Bodenablösungen mit den dazugehörigen Zargenüberständen.

Allein meine Verbundenheit mit dem berühmten Erbauer und dessen genialer Arbeit hat mich dazu bewogen, die Operation durchzuführen.

 

Die Untersuchung offenbarte folgende Schäden: 

  • 2 Risse in der Decke
  • 16 Risse und ein Loch in der Zarge, davon 13 Risse auf der Bassseite am großen Bug
  • 18 Bohrlöcher in Zarge und Binding im Bereich der Befestigung des Schlagbretts
  • 3 Decken- und Bodenablösungen am großen Bug mit Zargenüberstand
  • lose Bindings an Korpus und Hals
  • 25 Bohrlöcher im Hals
  • Griffbrettschäden, desolate Bundstäbe und durchgeschnittenes Griffbrett-Binding
  • Gebrochenes Brückenoberteil
  • fehlender Originalsaitenhalter
  • fehlendes Schlagbrett
  • zerstörter Gurtpin
  • desolater Zustand der Lackierung und der Hardware

 


 

Restaurationsbericht: 

Zuerst demontierte ich die Gitarre, entfernte den Hals und überarbeitete die Passfläche im Korpus und am Hals. Die Halsbefestigung habe ich umgestellt auf  „geschraubt“. Dazu war die Anfertigung und Montage eines speziellen Schraubankers nötig. Ein vergrößerter Halswinkel sorgt nun für eine höhere Stegauflagekraft die eine bessere Klangübertragung garantiert. Es folgte die Neubundierung und das Tuning des Griffbretts und der Bundstäbe.

Sodann waren die notwendigen Reparaturen am Korpus an der Reihe, wobei die Verleimung der zahllosen Zargenrisse die größte Herausforderung darstellte. Um eine absolut sichere Verleimung zu gewährleisten, habe ich erstmalig ein neues Druck-Injektionsverfahren angewandt.

Es folgte die Reparatur der Risse in der Decke und das Verleimen der losen Bindings. Die Reparatur der Decken- und Bodenablösungen und die Egalisierung der Zargenüberstände waren der nächste Schritt.  Nun konnte das Entlacken von Hals und Korpus, inklusive Feinschliff, in Angriff genommen werden.  Die Lackierung erfolgte in mehreren Schritten mit Zwischenschliff und künstlicher Alterung. Dieser spezielle Vorgang hat neben der klanglichen Verbesserung ein Anfeuern des Lacks zur Folge, sodass auf  die Einfärbung der transparenten Beschichtung verzichtet werden kann.

Nach der Neuanfertigung der fehlenden und der Überarbeitung der vorhandenen Hardware war die Endmontage, sowie das Stimmen und Justieren, der letzte Schritt in einer langen Kette von Arbeitsfolgen.

Mit dem optischen Ergebnis, vor allem aber mit dem Klang, bin ich mehr als zufrieden. 


Bilder “vor der Restauration”

Die Arbeiten im Einzelnen: 

  • Gitarre demontiert
  • Hals ausgebaut
  • Halslager im Korpus überarbeitet
  • Passfläche am Hals für optimalen Halswinkel nachgearbeitet
  • Spezialanfertigung und Montage von Schraubanker
  • lose Bindings am Hals verleimt
  • Neubundierung
  • Bundstäbe unterkoffert
  • Bünde abgerichtet, profiliert, Enden verrundet und poliert
  • Griffbrett überarbeitet, geschliffen, poliert und gewachst
  • Zargenrisse druckverleimt
  • 2 Deckenrisse verleimt
  • Decken- und Bodenablösungen verleimt und verschliffen
  • Zargenüberstände egalisiert und retuschiert
  • lose Bindings am Korpus verleimt und verschliffen
  • Korpus und Hals entlackt, feingeschliffen und retuschiert
  • Lackierung mit Zwischenschliff, künstlicher Alterung, Endschliff und Politur
  • Steg repariert, gewichtsoptimiert, angepasst und poliert
  • Spezialanfertigung von originalgetreuem Schlagbrett + Halter
  • Mechaniken überholt
  • Kopfplatte poliert und neu verschraubt
  • montiert, besaitet und justiert
  • dokumentiert und fotografiert

 

 

Nachrüstung:

  • Original LANG-Saitenhalter
  • D´ Armond Rhythm Chief 1000
  • Gurthalter Endpin
  • Gurthalter Halsfuß

 Bilder “nach der Restauration”

 

 

 

 

 

 

 

RESTAURATION EINER ASCHADO

von Herbert Rittinger

Die Chance, in den Besitz einer ASCHADO zu gelangen, ist sehr gering.

Dass ausgerechnet mir dieses Glück zuteil wurde, ist wohl auch dem Umstand geschuldet, dass sich die Gitarre in einem äußerst reparaturbedürftigen Zustand befand.

Nun bot sich mir die einmalige Gelegenheit, mich mit dem Mythos der Gitarren von Alfred Schaufuß auseinander zu setzen und diese mit den Top-Instrumenten anderer berühmter Gitarrenbauer zu vergleichen.

Mich interessierte sehr die Konstruktion und die Verarbeitung im Detail.  Dazu war eine exakte Vermessung und eine genaue Inspektion des Korpusinneren notwendig.

 

Optik und Handling:

  • Opulente Verzierungen auf Deckenrand, Kopfplatte, Griffbrett und Schlagbrett.
  • Kein anderer Gitarrenbauer verzierte seine Gitarren so verschwenderisch mit Perlmutt.
  • ausgesuchte Hölzer
  • aufwendige Multi-Bindings
  • gute Gewichtsverteilung

 

Konstruktive Merkmale:

  • Decke und Boden mit relativ flacher Wölbung und ausgeprägter Hohlkehle
  • Kräftige Decke; Deckendicke am F-Loch – Bass/Diskant  – 7,5/6,5mm
  • Deckeninnenseite von Hand ausgearbeitet
  • Halsblockinnenseite mit aufgeleimter Ahornplatte als Verstärkung gegen das Eindrücken der Halsschraube (s. TODT)
  • Hals geschraubt, ohne Verstärkung; Halsfuß leicht konisch mit nicht zu großem Überstand über die Zarge
  • Hals ist 7-fach gesperrt

 

Die Untersuchungen und Vergleiche führten zu einem überraschenden Ergebnis:

 

Die ASCHADO entspricht in Punkto Form, Gewicht und Abmessungen, abgesehen von einer geringfügigen Abweichung in der Korpuslänge, exakt meinem Top-Modell von HERBERT TODT.

Diese Übereinstimmung gilt auch für den Hals, mit dem Unterschied, dass das Halsende bei der TODT, wegen des versteckt eingebauten Tonabnehmers, etwas länger ist.

 

ASCHADO-TODT-01

ASCHADO-TODT-02

 


 

ASCHADO INNEN

ASCHADO-03

 


 

TODT INNEN

TODT-04-

 


 

 

Zustand vor der Restauration:

Die Untersuchung offenbarte eine Reihe von Schäden:

  • Risse und Schäden in der Decke und im Halsblock
  • fehlende Perlmutt-Einlagen im Deckenrand
  • Risse und Beschädigungen in der Zarge
  • Deckenablösung am großen Bug mit Zargenüberstand
  • offene Mittelfuge und Schäden im Boden
  • lose Bindings an Korpus und Hals
  • aufgeleimter Furnierstreifen im Halslager zur  Einstellung des passenden Halswinkels
  • offene Leimfuge an der Halsunterseite und fehlende Einlage im Griffbrett
  • schlechter Allgemeinzustand der Lackierung mit starken Schäden

 

 

Restaurationsbericht:

Zuerst demontierte ich die Gitarre, entfernte den eingelegten Furnierstreifen im Halslager und überarbeitete die Passfläche im Korpus und am Hals. Ein vergrößerter Halswinkel sorgt nun für eine höhere Stegauflagekraft die eine bessere Klangübertragung garantiert. Es folgte das Tuning des Griffbretts und der Bundstäbe. Eine offene Leimfuge an der Unterseite des Halses musste nachverleimt werden.

Sodann waren die notwendigen Reparaturen am Korpus an der Reihe, wobei der Ersatz der fehlenden Perlmutteinlagen am Deckenrand die meiste Zeit in Anspruch nahm.  Es folgte die Reparatur der Risse und Schäden in Decke, Boden und Zargen. Die Verleimung der Deckenablösung und die Egalisierung des Zargenüberstands waren der nächste Schritt.  Nun konnte das Entlacken von Hals und Korpus, inklusive Feinschliff, in Angriff genommen werden.  Mit der Lackierung in redsunburst waren alle notwendigen Arbeiten erledigt.

Nach der Endmontage, dem Stimmen und Justieren, war endlich der mit Spannung erwartete Moment gekommen, wo ich die Antwort erhielt auf die quälende Frage nach dem Klang.

Meine Erwartungshaltung war groß, denn die Voraussetzungen für ein gutes Klangverhalten waren gegeben, da  beim Abklopfen alle Resonanzbereiche vorhanden waren die für die Widergabe des vollen, hörbaren Frequenzspektrums verantwortlich sind.

 

Meine geheimen Wünsche haben sich erfüllt.

 

Die ASCHADO ist klanglich und optisch ein Spitzeninstrument.

 


Bilder vor der Restauration:   

 

Die Arbeiten im Einzelnen:

  • Gitarre demontiert
  • Halslager im Korpus überarbeitet
  • Passfläche am Hals für optimalen Halswinkel nachgearbeitet
  • offene Leimfuge an der Halsunterseite stabilisiert
  • lose Bindings am Hals verleimt
  • fehlende Einlage im 5. Bund ersetzt
  • Bundstäbe unterkoffert
  • Bünde abgerichtet, profiliert, Enden verrundet und poliert
  • Griffbrett überarbeitet, geschliffen, poliert und gewachst
  • 2 Deckenrisse + Riss im Halsblock stabilisiert
  • Deckenablösung verleimt und verschliffen
  • Zargenüberstand egalisiert
  • offene Bodenmittelfuge nachverleimt
  • gekittete Reparaturstelle am Boden ausgeräumt und mit Epoxydharz aufgefüllt
  • lose Bindings am Korpus verleimt und verschliffen
  • Korpus und Hals entlackt, feingeschliffen und retuschiert
  • Lackierung in redsunburst mit Zwischenschliff, Endschliff und Politur
  • Perlmuttauflage von Kopfplatte und Schlagplatte poliert
  • alte, nicht originale Bandmechaniken ersetzt durch Weissgerber-Einzelmechaniken
  • Steg gewichtsoptimiert, angepasst und poliert
  • Spezialanfertigung Gurtpin für Montage in der Halsverschraubung
  • montiert, besaitet und justiert
  • dokumentiert und fotografiert

 


 

Bilder nach der Restauration:

 


 

Datenblatt:  EXCEL-Datei 

aschado tabelle

RESTAURATION EINER ALOSA-Black King

von Herbert Rittinger

Das Bild von der Musikmesse in Garmisch Partenkirchen, um ca. 1955,  vermittelt einen guten Eindruck von der Vielfalt der Hersteller die ALOSA im Programm hatte.


Zu Beginn meines Berichts möchte ich die Gelegenheit wahrnehmen, dem bereits vorhandenen Bericht über die Firma ALOSA auf schlaggitarren.de, einige interessante Details hinzuzufügen.

Die Firma ALOSA war eine Vertriebsfirma, die, unter anderem, Schlaggitarren und deren Komponenten von verschiedenen Herstellern kaufte und unter ihrem eigenen Namen vermarktete. Alois Sandner war der geborene Händler aber nicht der geniale Handwerker.

Im Gegensatz zu den meisten anderen Vertreibern legte Alois Sandner sehr großen Wert auf  CORPORATE IDENTITY.  Er hat es tatsächlich geschafft, seine Marke im Bewusstsein der Menschen so zu verankern,  dass der Großteil derjenigen, die ALOSA und deren Produkte kennen, glauben, die Instrumente seien vom Gitarrenbauer Alois Sandner entwickelt und gebaut worden. Alois Sandner hat permanent daran gearbeitet seine Marke bekannt zu machen.


Am Beispiel der Premium-Modelle soll die konstante Entwicklung der Marke ALOSA veranschaulicht werden.

Der erste Lieferant von Top-Modellen um 1953 war Artur Lang, der komplette Instrumente und separate Hälse lieferte.

Die ersten über ALOSA verkauften LANG´s besaßen lediglich den ALOSA-Schriftzug auf dem Standard-Harfen-Saitenhalter. Bild 2

 

 

 

 

 

 

 

 

Kurze Zeit später erscheint das dreieckige Abzugsbild auf der Decke

Bild 3

 

 

Der Schriftzug auf der Schlagplatte fällt in etwa in die gleiche Zeit

Bild 4

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Im nächsten Schritt, um ca. 1955, finden wir das ALOSA-Logo auf der Kopfplatte zusammen mit dem von ALOSA kreierten Saitenhalter mit Gravur.

Bild 5

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

In diesen Zeitraum fällt auch das rautenförmige dritte Schallloch mit nachgeformtem Griffbrettende.

Mitte der 50er, als LANG seinen eigenen Kundenstamm hatte, endete die Zusammenarbeit.

GUSTAV GLASSL, ein begnadeter Gitarrenbauer der jüngeren Generation und Verehrer von A. LANG,

lieferte fortan Top-Modelle an ALOSA.

Die Premium Modelle haben folgende Namen:

BLACK KING

BLACK QUEEN

SOLIST

LUX

 GUSTAV GLASSL war nicht der einzige Lieferant im Premium-Sektor.

HOYER, HÖFNER, HOPF und KLIRA befanden sich ebenfalls unter den Zulieferern.

Eine feste Zuordnung modellspezifischer Eigenheiten existierte nicht.

Alle denkbaren Variationen bezüglich Korpusform und Abmessungen, Farbe, Cutaway, Schalllöcher, Hals, und Hardware waren möglich. Das erlaubte die Verwendung von kostengünstigen Standardkomponenten aus der laufenden Produktion verschiedener Hersteller.

Allein die Beschriftung auf der Hardware gab Auskunft darüber, um welches Modell es sich handelt.

Interessant wäre zu wissen, welche Preise für die einzelnen Modelle verlangt wurden.

Eine GLASSL Black King, mit 44cm Korpus und Hoyer-Hals,  konnte sicher nicht in der gleichen Preisklasse angesiedelt sein als beispielsweise eine KLIRA Black King mit 42cm Korpus und unverstärktem Hals.

Aufgabe der Mitarbeiter bei ALOSA war, neben der Durchführung von Reparaturen und kundenspezifischen Wünschen, vorwiegend die Endmontage von Einzelkomponenten.

Nach der Schließung der Werkstatt wurden die Instrumente von den Zulieferern komplett an ALOSA geliefert.

Die Bestimmung des Erbauers oder die Zuordnung von Komponenten zu den jeweiligen Herstellern der oben genannten Modelle ist nicht einfach, weil dazu umfassende Kenntnisse über Konstruktions- Fertigungs- und Stil-Details aller beteiligten Produzenten erforderlich sind.

Fortsetzung:  Restauration einer ALOSA-Black King

Dieses Mal ist ein blaublütiger Patient mit schweren aber nicht lebensbedrohenden Verletzungen in meine Gitarrenklinik eingeliefert worden. Der Einlieferungszustand ist auf den nachfolgenden Bildern hinreichend dokumentiert.

Mir war klar, dass die Behandlung umfangreich und zeitraubend werden würde, aber die Aussichten auf eine vollständige Genesung waren gut.  Ja, und außerdem war mein Patient ja nicht irgendwer, sondern ein echter Spross aus dem Hause GLASSL

Den Halsrohling von HOYER ziert eine Kopfplatte mit dem von GLASSL bevorzugten Sternmotiv aus einzelnen, rautenförmigen Perlmutteinlagen.

Für die offenen Bandmechaniken mit den Schmetterlingswirbeln hatte GLASSL und HOYER eine Präferenz.

Der Steg und die Schlagplatte fehlten.

Restaurationsbericht:

Zuerst entfernte ich den Hals der, im Zuge einer Reparatur, schlampig und nicht in dem von mir gewünschten Winkel eingeleimt worden war. Zum Vorschein kam die von GLASSL bevorzugte Hals-Korpusverbindung, die eine Stufe in der Passfläche des Halses und im Halsblock aufweist. Diese Konstruktion gewährleistet eine höhere Formstabilität der Zarge im Bereich der Hals-Korpusverbindung. Bei der herkömmlichen Befestigungsmethode ohne Stufe besteht die Gefahr, dass sich die 2,5 mm dicke Zarge von der Anlage am Hals ablöst. Der so entstandene Spalt ist optisch nicht gerade ansprechend.

Der Nachteil der Stufe liegt aber in der Problematik der exakten Anlage der versetzten Flächen.

Ich habe mich für eine Schraubverbindung des Halses mit dem Korpus ohne Stufe entschieden.

Nach der Überarbeitung des Halslagers und der Passfläche am Hals wurde der speziell von mir entwickelte Schraubanker eingebaut. Im Anschluss daran erledigte ich alle notwendigen Halsreparaturarbeiten.

Das Entlacken von Hals und Korpus war der nächste Schritt. Sodann folgten die Reparaturarbeiten am Korpus.

Bezüglich der Lackierung entschied ich mich für die originalgetreue schwarze Farbe mit transparentem Überzug.

Bei der Reproduktion der fehlende Schlagplatte habe ich die von GUSTAV GLASSL bevorzugte Ausführung gewählt. Der zusätzliche Formsprung an der Halsanlageseite gibt den Blick frei auf das rautenförmige, geschwungene Schallloch und bietet darüber hinaus jederzeit die Möglichkeit der Montage für einen frei schwebenden Hals- Pickup.

Nach der Endmontage, dem Stimmen und Justieren, sowie dem Vermessen und Dokumentieren war die Mission Black King erfolgreich abgeschlossen.

Das optische Ergebnis und der Klang entsprechen meinen Erwartungen.

Bilder vor der Restauration:

 

Die Arbeiten im Einzelnen:

  • Hals entfernt
  • offene Leimfuge am Halsfuß stabilisiert
  • Stufe in der Hals-Passfläche beseitigt
  • Halslager im Korpus überarbeitet
  • Passfläche am Hals für optimalen Halswinkel nachgearbeitet
  • Bohrung für Schraubanker gesetzt
  • Schraubanker hergestellt und montiert
  • loses Binding am Griffbrett verleimt
  • Bohrlöcher an beiden Seiten des Griffbrettendes aufgefüllt
  • fehlendes Binding am Kopfplattenende ersetzt
  • Bundstäbe unterkoffert
  • Bünde abgerichtet, profiliert, Enden verrundet und poliert
  • Griffbrett überarbeitet, geschliffen, poliert und gewachst
  • Bundschlitze im Griffbrettbinding kaschiert
  • offene Decken- und Bodenmittelfuge verleimt
  • Deckenablösung am großen Bug und Bodenablösung am Halsfußende verleimt
  • Zargenüberstand an Decke und Boden egalisiert
  • lose Bindings am Korpus verleimt und verschliffen
  • Korpus und Hals entlackt, feingeschliffen und retuschiert
  • transparent lackiert mit Zwischenschliff
  • Patinierung schwarz
  • transparente Endlackierung inklusive Schleifen und Polieren
  • Steg, gewichtsoptimiert, angepasst und poliert
  • Anfertigung von originalgetreuer Schlagplatte inklusive Halter
  • Anfertigung und Montage von 6 neuen Plastikhülsen für die Mechanikwellen
  • Mechaniken überholt, alte Plastikwirbel durch Perlmuttwirbel ersetzt
  • Bohrungen für die Einschlaghülsen kalibriert
  • Anfertigung von 6 neuen Einschlaghülsen aus Neusilber
  • montiert, besaitet und justiert
  • dokumentiert und fotografiert

Bilder vor dem Lackieren: 

 

Bilder nach der Restauration:

 

Datenblatt:  EXCEL-Datei 

datenblatt

Thomas Buhé Jazzgitarrist

Liebe Leser,

Thomas Buhé hat mich gebeten, einen offenen Dankbrief an seine treue Gefolgschaft im Internet zu veröffentlichen. Er ist mittlerweile 93 Jahre alt und spielt, wie man auf dem Bild sieht, immer noch seine alte Roger Gitarre. Eigentlich sollte man lebende Künstler nicht als Legenden bezeichnen doch im Fall Thomas Buhé, der im Jahre 1920 geboren wurde, ist dies angebracht und so danke ich der Gitarren-Legende Buhé und wünsche Ihm noch viele interessante Lebensjahre!

Stefan Lob von Schlaggitarren.de

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Thomas Buhé Jazzgitarrist, Autor, Pädagoge

geb. 26.09.1920, BerlinThomas Buhe0001

 

Liebe Gitarrenfreunde,

als vor etwa 70 Jahren, nach dem bösen Krieg, zur Stunde “Null”, mir das Schicksal ausgerechnet eine Archtop-Gitarre vor die Füße legte, ahnte ich nicht, dass ich eine märchenhafte Ent­wicklung dieses Instruments miterleben sollte, an der ganze Völkerscharen verschiedener Interessen und Fähigkeiten beteiligt waren.

Inspiriert vom Jazz-Virus und dem Wissensdurst der jungen Gene­ration fand ich schließlich meine Lebensaufgabe, die mich nicht mehr losließ und mir die Begegnung mit zahlreichen interessier­ten und schöpferischen Kollegen, Schülern, Studenten, Solisten und Autoren bescherte, die mir bis heute nahe stehen.

Staunend verfolge ich, wie aus der Tradition der “Old School”, die Folgegeneration ihre “New School” entwickelt und ihren kulturellen Beitrag leistet, wie Wissenschaftler, Autoren und Pädagogen die historischen Inhalte veralteter Tonträger und Bilder  wieder zugänglich machen.

Herzlichen Dank Euch allen, die mir getreulich halfen bei der Bewältigung moderner Medien und neuer Technik!

Good luck, keep swinging

Euer

Thomas Buhe unterschrift

Vollmassive Archtop Jazzgitarre im Calace-Stil

Eigenbau von Martin Kemmler


 

Nach vielen Restaurationen entstand der Wunsch, auch einmal eine eigene vollmassive Archtop Gitarre selbst zu bauen. Nach gründlicher Vorbereitung und praktischem Unterricht beim Gitarrenbauer und Freund Anton Sandner entstand im Laufe des Sommers ein einfaches, klassisches Modell ohne Cutaway, wie es ungefähr in den 1930er und 1940er Jahren v. a. in Amerika gebaut wurde. Decke, Boden und Hals wurden aus Hölzern gefertigt, die mindestens 50 Jahre gelagert waren. Der akustische Klang ist überraschend voluminös und ausgewogen – entsprechend den Erwartungen an eine vollmassive Gitarre.


 Sound File


 

Die Gitarre hat folgende Merkmale:

  • Handgeschnitzte gecarvte Fichtendecke und geflammter Ahornboden
  • Zargen aus geflammtem Ahorn (3 mm massiv)
  • Body: 16,5 Zoll (42 cm), 2 Längsbalken, Reifchen aus Mahagoni
  • F-Löcher entsprechend „Calace“
  • Länge 104 cm
  • Zargentiefe: 90 mm
  • Hals: 7 teilig (Ahorn/Birne/Buche/Birne/Buche/Birne/Ahorn)
  • Eingeleimter Halsstab aus Vierkant-Edelstahl (10×10 mm)
  • Kopfplatte: Palisander mit Einlage geflammter Ahorn
  • Mensur: 65 cm
  • 20 Bünde plus Nullbund
  • Sattelbreite: 44 mm
  • Saitenbreite: 55 mm
  • Binding: 3 mm (4 fach s/w/s/w)
  • Handgeschnitzte Brücke aus Palisander, verstellbar
  • Schlagbrett Fichte mit Binding
  • Orange/rotbraune Sunburst-Lackierung (Nitrolack)
  • Angenehme Bespielbarkeit wie bei einer modernen Gitarre, sehr gute Saitenlage
  • Besaitung derzeit Bronze Martin (12er) Clapton´s Choice 

Mein Dank geht an Anton Sandner, der viele Tricks und Kniffe im Gitarrenbau vermittelte und an Stefan Lob, der die uralten Hölzer bereitstellte!

Rodebald Hoyer

Artikel von Stefan Lob mit Informationen von Martin Haberfellner
Ausführliche Bestimmungshilfe von Kield „Laquercracks“

 

Rodebald (Rod.) Hoyer wurde am 05.12.1909 in Schönbach im Egerland geboren. Hoyer war im Egerland kein seltener Name und es bestand keine Verwandtschaft zu Arnold Hoyer aus Tennenlohe bei Erlangen. Nach dem Krieg wurde Hoyer aus Schönbach vertrieben und siedelte sich in Kochel am See an.

Laut Handwerksrolle, eröffnete er am 15.12.1948 seine erste Werkstatt in Kochel, im Bergfeldweg 270. Später zog die Firma in die Werkstatt am Friedzaunweg 2.

 

Laut Chronik der „Feuerwehr Kochel am See“ wurde diese am 7. 10.1957 durch Feuer total vernichtet. Nach dem Brand zogen die Hoyers in neue Betriebsräume in den Von-Aufseß-Weg 1 (Ecke Am Kleinfeld). Karl Haberfellner war Eigentümer dieser Werkstätten, in denen er bis ca. 1957eine Wagnerei (Stellmacherei) sowie eine Bau- und Möbelschreinerei betrieben hat.

 

Zunächst pachtete Rodebald Hoyer die Werkstätten von Herrn Haberfellner, später hat er sie von ihm gekauft und kurz vor seinem Todt 1964 noch einmal umgebaut (teilweise Neubau).

Nach seinem Tod, hat seine Frau Anna Hoyer die Firma bis zum 01.06.1966 weitergeführt.

 

 

 

 

 

 

 

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Hier Fotos von der alten Werkstatt am Friedzaunweg. Netterweise hat Frau Maresa Kiermeier, deren Vater Alois Holzer, bei Hoyer arbeitete, mir die schönen alten Bilder zur Verfügung gestellt.

Bild 1: Der Mann vor der Werkstatt ist Rodebald Hoyer persönlich, vor seiner Werkstatt am Friedzaunweg. Es müsste so ca. 1955 entstanden sein.

Rodebald Hoyer

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Bild 2: Die beiden arbeitenden Männer sind links Herr Klempa und rechts Alois Holzer in der alten Werkstatt am Friedzaunweg, ungefähr 1955.

 

Herr Klempa und Alois Holzer in der Werkstatt Hoyer

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Bild 3: Werkstatt von innen.

Werkstatt innen

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Bild 4: Eine  besondere Gitarre die Alois Holzer von einem befreundeten Künstler mit Meerjungfrau usw. bemalen ließ.

eine besondere Gitarre

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Hier Fotos der Werkstatt (Von-Aufseß-Weg 1) wie sie heute 2009 aussieht. Diese Fotos hat mir Martin Haberfellner freundlicherweise aufgenommen.

 


© M. Haberfellner

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Hoyer & Haberfellner

Herr Haberfellner hat auch bei Hoyer gearbeitet und nach dem Tod von Rodebald Hoyer als Betriebsleiter (er war der einzige Betriebsangehörige mit Meistertitel) der Witwe die Fortführung des Betriebs ermöglicht.


© HR

Hoyer war der einzige gelernte Instrumentenbauer im Betrieb gewesen.
Herr Haberfellner war ein erfahrener Wagnermeister der sich in Holzverarbeitung gut auskannte. Sein Vater war Instrumentenmacher und Musiker gewesen und er selbst, spielte Gitarre und Geige. Während seiner Tätigkeit bei Hoyer, erlangte er die notwendigen Kenntnisse und Fertigkeiten zum Bau einer Gitarre. Neben Hoyer, war Haberfellner der einzige, der in der Lage war eine Gitarre von Anfang bis zum Ende alleine zu bauen.

Rodebald Hoyer hat in kurzer Schaffenszeit sehr viele Instrumente auf den Markt gebracht. In den besten Zeiten hatte er 15–20 Angestellte beschäftigt. Er produzierte sehr rationell und die Angestellten arbeiteten in Teilbereichen. Einer seiner Angestellten war Rudolf Fuchs, der als angelernte Kraft bei Hoyer arbeitete. Seine Tätigkeit hat sich weitgehend auf Hilfsarbeiten beschränkt, wie Instrumente polieren, Saiten aufziehen und Instrumente für den Versand vorbereiten.

Jeder hatte eine bestimmte Aufgabe, Hoyer und Haberfellner waren für die Endproduktion der Gitarren verantwortlich und entwickelten neue Modelle sowie Prototypen und Ausstellungsstücke für Messen. Sie bauten vorwiegend Schlaggitarren aber auch einfache klassische Schüler- und Wandergitarren. Es gab auch Versuche massive Elektro-Gitarren zu bauen.


Hüttl OP ART

So erinnert sich Martin Haberfellner, dass sein Vater an einer OP-ART Gitarre gearbeitet hat. Op-Art bezeichnet die Kunstrichtung Optical Art. Op-Art ist eine Form der Malerei die mit der optischen Wahrnehmung des Betrachters spielt. Mit Hilfe von geometrisch abstrakten Formmustern und Farbfiguren sollen im Auge des Betrachters Bewegungs- und Flimmereffekte hervorgerufen werden, die zu optischen Täuschungen führen können. Anfang der 60iger Jahre hat Haberfellner, angeregt durch Zeitungsberichte, Prototypen einer OP-Art Gitarre gebaut. Massive Elektro-Gitarren mit einem streng geometrischen schwarzweiß-Muster auf dem Korpus. Diese Muster bestanden aus Quadraten, Rauten und in Wellen größer oder kleiner werdender Gitterformen. Die Muster wurden lackiert aber auch als Perloidstücke eingelegt. Martin Haberfellner kann sich noch gut daran erinnern, dass sein Vater die Entwürfe für diese ausgefallenen Gitarren daheim am Küchentisch entworfen hat. Er glaubt nicht, dass diese Gitarren in die Serienfertigung gelangten.

Wer einmal eine OP-ART Gitarre aus Serienfertigung anschauen möchte, sollte in den Artikel über Wolfgang Hüttl schauen. Hüttl hat Gitarren im OP-ART Stil auf den Markt gebracht.

Haberfellner war ein äußerst kreativer Handwerker und hat gerne mit Einlagen und neuen Designs experimentiert.

 

 

 

 

 

Das Münchner Musikhaus „Lindberg“ war ein Großabnehmer von Rodebald Hoyer Gitarren. Lindberg gab Ihnen zum Teil eigene Namen und man beklebte sie mit dem Lindberg Label.

Mehr dazu in der Rodebald Hoyer Bestimmungshilfe
von Kield “Laquercracks”

Kield ist ein dänischer Sammlerkollege, der sehr an Rodebald Hoyer und seinen Gitarren interessiert ist. Im Rahmen der Erweiterung der Rodebald Hoyer Historie hat er angeboten eine umfangreiche Bestimmungshilfe zu erarbeiten. Ich habe das Angebot sehr gerne angenommen.

1000Dank Kield!

 

 

Bestimmungs & Datierungshilfe von Kield “Laquercracks”

Wie identifiziere ich eine Rod. Hoyer Gitarre?

Am einfachsten wenn ein Label, eine Gravur, oder ein Aufkleber vorhanden ist!

© Stefan Lob schlaggitarren.de/ HR / Lacquercracks

 

Die meisten Gitarren tragen leider kein Label und viele der Rodebald Hoyer Gitarren wurden über das Münchner Musikhaus Lindberg vertrieben. Lindberg hat seine eigenen Papieretiketten eingeklebt.

Hier ein paar typische Logos

© Stefan Lob schlaggitarren.de / Rainer Schmidt / Lacquercracks

 

Es gibt jedoch ganz charakteristische Merkmale die eine Bestimmung einfach machen

Rod.Hoyer Gitarren haben oft sehr breite Sättel.

 

 

 

 

 

 

 

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Er verwendet gerne ein weißes Perloid mit extrem großer Marmorierung.

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Dieses wurde auch als Griffbretteinlage verarbeitet.

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Im 12. Bund verwendet er oft eine rote Perloideinlage.
Diese war entweder marmoriert oder auch ohne Struktur.

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Dieses rote Perloid sieht man sehr oft auf seinen Kopfplatten.
Wenn man diesen roten, eingelegten Perloid Keil sieht, weiß man direkt: “Es ist eine Rod. Hoyer”!

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Die asymmetrischen Modell haben eine ganz eigene Ausformung des Ausschnitts.

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Was er bei asymmetrischen Modellen gerne macht, ist ein senkrechter Zierstreifen.
Diese Einlage leitet die Rundung des Ausschnitts ein. Das ist wirklich Rod. Hoyer typisch und auf anderen deutschen Schlaggitarren kaum zu sehen.

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Der Übergang vom Hals zur Rückseite der Kopfplatte ist ganz eben und hat keinerlei Ausformung oder Wölbung.

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Bei den exklusiveren Modellen wurde der Hals angeschraubt.

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Die alten Modelle und die einfachen Modelle hatten meistens eingeleimte Hälse.

“Eine Ausnahme gibt es jedoch! Die ALVA Gitarren ganz unten sind sehr einfache Modelle und diese hatten auch geschraubte Hälse”

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Viele seiner Modell haben die identische Korpusform

  • egal ob es ein symmetrisches oder asymmetrisches Modell ist

 

© Lacquercracks

 

Auf diesem Bild sieht man bei dem Modell rechts die “Standard” Korpusform, die bei mehr als 90% aller Modelle, egal ob mit oder ohne Ausschnitt Verwendung fand.

Hier die Maße:

  • Großer Bug: ca.43 cm
  • Kleiner Bug: 32,5 cm
  • Taille: 27,5
  • Länge Korpus: 53 cm
  • Zargenhöhe: 7,5 – 8 cm

 

Es gibt einige Gitarren mit anderen Maßen, wie die halbakustischen Modelle und die kleinen ALVA Gitarren, welche sehr wahrscheinlich in den Rod. Hoyer Werkstätten gebaut wurden.
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Wie datiere ich eine Rodebald Hoyer und die über die Firma Lindberg vertriebenen Gitarren!


Datumsstempel

Die meisten Gitarren sind sehr einfach zu datieren, da sie einen Datumsstempel tragen. Tag, Monat und Jahr findet man auf dem Boden unter der Brücke. Meist zweifach gestempelt, so dass man das Datum von beiden Schalllöchern aus sehen kann. Verwendet werden verschiedene Formate :
“17 964” für 17 September 1964 oder “154 61” für 15 April 1961.

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Leider sind nicht alle Gitarren gestempelt. Dafür habe ich eine andere Methode der Datierung entwickelt.
Wenn man sich die Konstruktion, Verzierung und Farben von Korpus und Kopfplatte anschaut, kann man eine ungefähre Datierung vornehmen.

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Datierung anhand der Kopfplatten

Alter Kopfplattentyp mit V-förmiger 3-Streifen Einlage. Ca. 1949-1955. Von diesem Typ gibt es keine gestempelten Gitarren.

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Alter Kopfplattentyp mit V-förmiger 2-Streifen Einlage. Ca. 1949-1955. Von diesem Typ gibt es keine gestempelten Gitarren.

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Diese Kopfplatte mit 4 V-förmigen Einlagen stammt von einer 1956 gestempelten Gitarre und hat dieselbe Form der 2-streifigen Kopfplatte zuvor.

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Hier eine typische Kopfplatte aus der Mitte der 50er Jahre, von Gitarren die über das Musikhaus Lindberg verkauft worden sind. Diese Kopfplatte wurde auf diversen Modellen unterschiedlicher Qualität verwendet. 6 V-förmige weiße Streifen auf schwarzem Hintergrund. Zwei dieser Modelle sind mit 1955 gezeichnet aber sie wurden sicherlich länger gebaut; sehr wahrscheinlich bis 1957/58.

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Nachfolger der Kopfplatte oben, ist dieses Modell mit 5 V-förmigen schwarzen Streifen auf weißem Hintergrund. Es gibt zwei gestempelte Modelle von 1958, beide mit weißem Sattel.

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Ender der 50er Jahre wurde die Anzahl der V-förmigen Streifen auf 3 reduziert. Dieses Modell mit weißem Sattel stammt von 1959.

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In den späten 50er Jahren änderte sich das Design der Kopfplatten maßgeblich. Es entstand dieses asymmetrische Modell in weißem Perloid mit einer V-Einlage aus rotem Perloid. Diese Kopfplatten tauchen bereits 1958, parallel zu den oben gezeigten, auf und wurden im Laufe der Jahre die “klassische” Rod. Hoyer Kopfplatte. Sie ist auf den meisten Modellen bis 1965 zu finden.

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Diese symmetrische Variation der weiß-roten Kopfplatte findet sich hauptsächlich auf den Jazzstar Modellen und wurde von 1959-1963 gebaut. Modelle mit dieser Kopfplatte haben meist 5-fach gesperrte Hälse.

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Die Bauweise der Kopfplatten wurde einfacher.
Ab 1962 haben die meisten Jazzstar-Modelle keine Perloidauflagen mehr und zeigen unter der transparenten Lackierung das nun 9-fach gesperrte Holz.

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Hier eine seltene Kopfplatte mit rein weißer Perloidauflage. Es handelt sich hier um ein Modell aus den 60er Jahren.

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Diese Kopfplatte stammt von einer Lindberg “Modell Rhumba”. Diesen Typ gab es von den späten 50er bis zu den 60er Jahren. Vorhandene Stempel von 1956-1960.

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Eine sehr einfache asymmetrische Kopfplatte, wie man sie bei späten und einfachen Modellen findet. Diese stammt von 1964.

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Bei dieser Kopfplatte handelt es sich um eine außergewöhnliche Ausführung einer Jazzstar. Besonders auffällig sind die rautenförmigen und floralen Einlagen auf schwarzem Hintergrund und Mechaniken mit Plasikwellenaufsätzen.

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Diese SOLIST Kopfplatte stammt von einer besonderen Gitarre. Es war vielleicht ein Messestück, basierend auf dem Broadway Typ. Auffällig ist die etwas breitere Form und die halbmondförmigen Einlagen des Randes, sowie die extravagante Mitteleinlage. Hochwertige Mechaniken mit Flügeln in Schmetterlingsform und Beinwellen mit Plasikhülsen von 10 mm Durchmesser runden das edle Bild ab.

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Diese besondere Kopfplatte, aus drei verschiedenen Hölzern gefertigt, stammt von einer Broadway. Der gesammte Hals wurde aus 50 Holzstücken aufwendig zusammengeleimt. Baujahr. Ca. 1960.

 

 

 

 

 

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Diese Kopfplatte stammt ebenfalls von einer Brodway und wurde in ähnlicher Bauart wie die vorherige erstellt. Diese stammt ungefähr von 1961!

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Diese Broadway Kopfplatte ist eine Weiterentwicklung der vorherigen Modelle und der 15-fach gesperrte Hals bestimmt das Design. Diese stammt von ca. 1961-1963.

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Schalllöcher diverser Modelle

3 Schalllöcher
Lindberg Bolero Modelle hatten neben den Standard f-Form Schalllöchern ein drittes, rundes Schallloch.

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Geteilte Schalllöcher
Inspiriert von Artur Lang gab es auf den Brodway und Staccato Modellen auch zweigeteilte Schalllöcher. Diese gab es von 1960-1963.

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Seltene f-Form
Diese f-Form mit zwei unterschiedlich großen Endlöchern stammt von einem alten Modell um 1950.

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Flammenförmiges Schallloch
Dieses findet man bei Modellen aus den 60er Jahren von 1961-1965.

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Schmale, längliche f-Form
Sehr selten zu finden. Es gibt zwei datierte Modelle von 1955.

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Lange f-Loch Form
Dieser Typ wurde ungefähr 1960 auf den Gitarren mit Mahagoni Decken und Böden verwendet.

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f-Loch mit bauchiger Endlochform
Wurde ab dem Ende 1961 bis zum Produktionsende gebaut.

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f-Loch mit ovalen Endlöchern
Diese Form wurde in den Standard Modellen von den frühen 50er Jahren bis 1961 verwendet.

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© alle Schalllochbilder:
Lacquercracks / Wietse / HR
© alle Schalllochbilder:
Lacquercracks / Wietse / HR

Weitere hilfreiche Datierungsmerkmale

  • Abgerundetes Griffbrettende auf frühen Modellen.
  • Auf ganz alten Modellen ist der 7. Bund ohne Markierung
  • Zwei schmale weiße Streifen als 12. Bundeinlage gab es bei den 50er Modelle.

Lackierung

Viele der alten Modelle waren schwarz lackiert. In den 60er Jahren wurden viele Modelle mit einer Farbschattierung oder blond lackiert. Zu jeder Zeit gab es die komplette Farbpalette, aber es gibt eine klare Trendänderung hin zu den farbschattierten Lackierungen.

Verwendete Materialien und Konstruktion

Bis jetzt sind noch keine Modelle mit laminierter Fichtendecke aufgetaucht (sehr außergewöhnlich). Die Decken sind aus Ahorn oder massiver Fichte. Böden und Zargen sind meistens aus Ahorn. Es gab ein paar wenige Modelle aus Mahagoni (laminiert). Hälse wurden meistens aus Ahorn gemacht. Bei Broadways und Staccatos aus Mahagoni. Manchmal wurden dunklere Holzstreifen aus Walnuss oder Mahagoni einsetzt. Selten verwendete Hoyer auch Buchenholz. Die Griffbretter wurden meist aus Palisander gefertigt. Bei einigen Sondermodellen verwendete er auch Ebenholz. Saitenhalter waren “Standard-Ware” von ABM Müller; exclusive Lyra-Saitenhalter auf den Top Gitarren und einfache Ausführungen auf den restlichen Hoyer Modelllen.

Decken, die aus dem vollen Holz geschnitzt wurden veränderten sich im Laufe der Zeit wie bei vielen anderen deutschen Schlaggitarren. Die älteren Modelle haben eine stärker ausgeprägte Hohlkehle; diese wurde im Laufe der Jahre flacher. Die Decken wurden dicker und auch die Bebalkung im Inneren des Korpus wurde stärker. Diese veränderte sich besonders in den späten 50er Jahren.

Die Hohlkehle und die Stärke der Decken veränderte sich folgendermaßen:
Am Anfang waren sie überall sehr dünn. Dann wurden die Decken und Böden in der Mitte dünner und zum Rand hin dicker. Manche sind auch auf der Bassseite dicker als auf der Diskantseite. Im Laufe der Zeit änderte sich dieses komplett und sie wurden in der Mitte dicker und am Rand dünner. Dieses kann man auch bei anderen west-deutschen Schlaggitarren aus dieser Zeit feststellen.

Modell Beschreibung

Hier eine kurze Beschreibung der unterschiedlichen Modelle. Eine gute Quelle waren vier Lindberg Kataloge. Einer aus Mitte der 50er Jahre und drei aus Mitte der 60er Jahre. Lindberg verwendete gerne unterschiedliche „amerikanisch inspirierte“ Modellnamen.


© Simon Deobald

Lindberg Twist / Sunny
Ein sehr einfaches und preisgünstiges Instrument in asymmetrischer Ausführung. Alles wurde aus laminiertem Ahorn hergestellt. Keine Zierstreifen auch nicht am Korpus. Diese Modell hat die typische Perloid belegte Kopfplatte. Die meisten Modelle haben allerdings eine einfachere Kopfplatte. Der Hals wurde eigeleimt. Hergestellt wurden sie in den 60ern bis zum Produktionsende. Die Gitarre auf dem Bild ist von 1963 und hat die gleichen Farben wie das Model im Lindberg Katalog.

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© anonym mit BR

Lindberg Blues
Symmetrisches Modell das es von den frühen 50er bis in die Mitte der 60er Jahre gab. Decke, Boden und Zargen aus Ahorn. Einfacher Zierstreifen um die Decke kein Bodenstreifen. Wie bereits oben beschrieben, veränderte sich das Modell im Laufe der Zeit. In den 60er Jahren gab es diese Gitarre auch in einer Farbverlaufslackierung.

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© Johann Frisch

Lindberg Bolero II
Ahorndecke, eingefasste f-Löcher und Zierstreifen auf der Decke. Das Modell Bolero II liegt sehr nahe bei den Modellen Blues und Rumba. Der Unterschied ist die asymmetrische Form. Diese Form gab es früher nur bei den “Top-Modellen” aber das änderte sich Ende der 50er Jahre. Diese Bolero II ist von 1962 und zeigt die typischen Merkmale der preisgünstigen Modelle. Die Kopfplatte ist ebenso einfach gearbeitet. Es ist eine einfache, preisgünstigere Version der Milord / Raspa (siehe unten). Lindberg hatte noch ein weiteres Bolero Modell im Programm. Dieses war aber von der Fa. Framus.

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© Lacquercracks

Lindberg Rumba
Symmetrisches Modell das in der zweiten Hälfte der 50er Jahre verkauft wurde. Die Decke wurde laut Katalog aus “noch besserem Tonholz” gerabeitet. Es wurde eine dünne Mahagonischicht außen und Ahornholz innen verarbeitet. Bei den Böden wurde sehr wahrscheinlich das gleiche Material verwendet. Die Zargen sind aus laminiertem Ahorn. Dieses Modell wurde oft mit einer einfarbigen Kopfplatte ausgeliefert. Der Hals wurde geleimt und sie hat einfache Zierstreifen auf Decke, Boden und Hals.

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© Lacquercracks

Unbekanntes Modell mit Schalllöchern in Flammenform
Ein sehr interessantes Modell aus der mittleren Modell-Kategorie. Ahorn Boden und Zargen. Die Kopfplatten gab es in symmetrischer wie auch asymmetrischer Form. Die Zargen waren oft farbig/streifig laminiert. Es gab sie mit Ahorndecken und mit massiven Fichtendecken. Die Hälse wurden geschraubt oder geleimt. Die ersten Modelle gab es ab 1961 und sie wurden bis zum Produktionsende gebaut. Es wäre schön, noch mehr Informationen über dieses ausgefallen Modell zu bekommen. Deshalb würden mich weitere Fotos oder Katalog Material sehr interessieren.

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© Rolf Gückel

Modell mit kleinem Ahorn Korpus
Sehr schöne geflammte Ahorndecke und ein verschraubter Hals. Sie hat folgende Maße:

  • Großer Bug : 37 cm
  • Taille: 23,5 cm
  • Kleiner Bug: 28,7 cm
  • Gesammtlänge: 49 cm
  • Zargenhöhe : 7 – 7,7 cm.
  • Mensur : 64 cm

Dieses kleine Modell sieht man recht selten und es gibt die gleichen Modelle auch mit einem Alva Label.

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© anonym mit BR

Symmetrisches Mahagoni Modell
Dieses Modell aus Mahagoni scheint die symmetrische Version der Mahagoni Gitarre im „Jazzstar-Stil“ unten zu sein. Gleiche Ziereinlagen; die Kopfplatte ist jedoch asymmetrisch mit weiß/rot/weißer Perloid Einlage.

Es würde mich sehr interessieren weitere Mahagoni Modelle zu sehen!

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© HR

Jazzstar-Stil mit Mahagoni Decke
Dieses wunderschöne Modell erinnert sehr an die Jazzstar-Serie mit geflammtem Ahornzargen. Decke und Boden aus Mahagoni . Die Formgebung der Schallöcher ist länger und schmaler als bei den Jazzstar / Tango Modellen. Der Hals ist geschraubt. Die Mahagoni Modelle sind recht selten und alle die ich kenne, tragen das Datum 1960. Es gibt auch welche ohne ein Datumsstempel.

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© Lacquercracks

Sehr altes symmetrisches Modell
Diese Gitarre wurde 1950 gebaut und hat eine andere Korpusform. Alles aus dem vollen Holz gearbeitet. Volle Fichtendecke, Boden und Zargen aus Ahorn; ganz nach Geigenbautradition. Der 7-fach gesperrte Hals ist geleimt. Ich bin nicht sicher ob die Kopfplattenauflage und das Decal-Label original sind oder später von Rodebald Hoyer zugefügt wurde. Es gibt jedoch Beispiele dafür, dass das rotes Perloid auch schon in frühen Tagen verwendet wurden. Sie sieht ein wenig aus wie eine frühe „Samba“ welche gleich in der Beschreibung folgen wird. Ich kenne zwei weitere Modelle die auch diese Kopfplatte haben. Allen gemein ist, dass sie keine Einlagen am 7. Bund haben.

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© Lacquercracks

Lindberg Samba
Samba war ein äußerst verbreitetes Modell von Lindberg. Es ist eine sehr gute Gitarre mit einer massive Fichtendecke. Zargen und Boden aus Ahorn. Ein frühes symmetrisches Modell aus den 50er Jahren, das bis in die Mitte der 60er Jahre gebaut wurde. Entwicklungstechnisch folgt es dem Modell zuvor. Ab 1960 gab es die “Samba” auch mit einer Farbverlauf Lackierung. Es gibt auch ein paar laminierte Modelle. Alle mir bekannten stammen von 1958. Ich vermute, dass (nach dem Großbrand 1957) Materialknappheit zu diesen Versionen führte.

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© Ol’ Fret

Lindberg Milord / Raspa
Beide Namen wurden für dieses Modell verwendet. Vielleicht gab es in den frühen 50er Jahren noch einen anderen Namen als sie als asymmetrisches Modell der Samba vorgestellt wurde. Im Gegensatz zur Bolero II ist die massiven Fichtendecke und der Boden mit Zierstreifen eingefasst. Sie ist ähnlich der Tango aber etwas einfacher gearbeitet. Sie ist nicht gestempelt aber aufgrund der Schalllöcher würde ich auf einen Produkztionszeitraum von 1962 bis Produktionsende schliessen.

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© Lacquercracks

Lindberg Bolero I
Das erste Bolero Modell mit den 3 Schalllöchern gab es wohl nur in den 50er Jahren. Es ist ein sehr gutes Instrument im Stile einer Samba mit einem drittem Schallloch oder einer Jazzstar ohne Ausschnitt. Sie hat nicht viel gemein mit der Bolero II und besitzt eine weitaus bessere Qualität. Das Modell ist nicht datiert aber ich kenne noch ein weiters und beide stammen wohl aus den 50er Jahren. Massive Fichtendecke und Ahorn Zargen und Boden. Bei der hier gezeigten Gitarre sind alle Hölzer massiv und sie hat einen kleineren 16“ Korpus.

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„Hochwertige“ Rodebald Hoyer Gitarren

Die Modelle Jazzstar / Tango oder Broadway / Staccato gehören zu den besten und hochwertigsten Gitarren von Rodebald Hoyer. Wie bei anderen Firmen auch, haben diese Gitarren eine extravagante Hardware Ausstattung und viele Verzierungen, gepaart mit edlen Hölzern und höchster Gitarrenbaukunst.

Hier ein paar typische Beispiele:

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Rodebald Hoyer Jazzstar & Lindberg Tango

Jazzstar & Lindberg Tango gehörten zu den besten Gitarrenmodellen im Lindberg Katalog.
Nur wenige wurden mit Jazzstar gelabelt. In der Regel das blonde Modell mit der rot/weiß/rot belegten symmetrischen Kopfplatte und den großen f-Löchern; gebaut zwischen 1959-1962.


© HR / anonym mit BR

Das Tango Modell aus dem Lindberg Katalog ist diesen Jazzstars sehr ähnlich und ich gehe davon aus, dass diese Modelle identisch sind. Die Tango gab es ab den frühen 50er Jahren und sie wurde bis Produktionsende als symmetrisches Modell mit massiver Fichtendecke weitergebaut; meist mit einem Saitenhalter in Harfenform.

Es gab ein paar Modelle mit laminierten Decken. Der Grund könnte, wie bei der “Samba”, Materialknappheit nach dem Großbrand 1957 gewesen sein.

Auch diese Modelle veränderten sich im Laufe der Zeit

Meist haben sie die dicken f-Löcher, aber 1955 gab es ein paar Modelle mit schmalen Artur Lang ähnlichen f-Löchern. Ab 1962 änderte sich die Form der f-Löcher noch einmal und die ovalen Endlöcher wurden runder. Es gibt ein paar „Jazzstars“ die als „Broadway“ gelabelt wurden. So etwas ist aber typisch für den deutschen Schlaggitarrenbau. Wenn keine Jazzstar Labels mehr da sind, nimmt man einfach die anderen. (Das macht die Recherche oft so schwer)

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Rodebald Hoyer Broadway / Staccato

Broadway & Staccato sind die “TOP-MODELLE” von Rodebald Hoyer.


© HR / Goldino / anonym mit BR

Zunächst hieß die Gitarre Staccato und wurde mit einem Resonator, zur Steigerung der Klangfülle gebaut. Wie man aus dem Patent (bitte zum anschauen klicken!) entnehmen kann, durfte der Name Staccato nicht mehr weiterverwendet werden. Daraufhin hießen diese Gitarren Broadway. Es gab die Broadways mit und ohne den Resonator.

Sehr markant sind die großen, asymmetrischen Kopfplatten, die mehrfach gesperrten und geschraubten Hälse auf Mahagoni Basis und die geteilten, eingefassten Schalllöcher im Artur Lang Stil. Fast alle Modelle sind aus dem vollen Holz gearbeitet; sehr aufwendig verarbeitet mit reichlich Verzierungen. Oft haben sie auch Zierleisten an den Zargen. Später gab es auch eine „Lindberg Broadway“ mit einer symmetrischen Kopfplatte.

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Das aufwändigste Modell aus dieser Serie trägt den Namen „Solist“

Hier fällt auch ganz besonders das Griffbrett mit den lanzenspitzenförmigen Inlays auf. Diese Einlagen wurden bei vielen Herstellern für die “Top” – Modelle verwendet.


© anonym mit BR

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Außergewöhnliche Modelle

Namenloses Resonator Modell von 1956


© Ol’ Fret

Dies ist eine ganz besondere Gitarre. Im Inneren des Korpus befindet sich eine separate-Zarge die den kleinen Bug als zweite Tonkammer abtrennt (mehr dazu unten). Sie wurden aus dem vollen Holz gearbeitet und hat einen größeren Korpus als die anderen Modelle. Vielleicht der erste Schritt hin zur Staccato. Vielleicht war dieses sogar ein Prototyp und daher ein Einzellstück.

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Der Rodebald Hoyer “Resonator”

Dieser Resonatortyp besteht aus einer zweiten Zarge die den vorderen Bug abgrenzt. Dadurch entsteht eine zweite Tonkammer. Es gab bereits mehrere Versuche, akustische Gitarren mit solchen Resonatoren auszustatten. Die berühmteste Ausführung ist sicherlich von Mario Maccaferri der seine frühen D-Schallloch Modelle mit Resonatoren ausstattete. Es gibt auch klassische Gitarren die nach solchen Prinzipien hergestellt wurden. Dieses fängt an bei der einfachen Zargenerweiterung und endet in Modellen die aus einem großen und einem etwas kleineren Korpus bestehen, die ineinander geschachtelt wurden.

Bei Rodebald Hoyer wurden diese Resonatoren in ein paar Modelle der Broadway & Staccato Modellinie und in das große Modell oben eingebaut.

Ziel war immer eine Ton- und Volumenerweiterung.


© Stefan Lob schlaggitarren.de
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Thinline Modell

Dieses ist eine “Halbakustik-Schlaggitarre” des Modells mit Schalllöchern in Flammenform. Die Zarge ist 5,5cm tief im Gegensatz zur Vollakustischen mit einer Tiefe von 8cm.. Dieses Modell ist das einzig mir bekannte und somit sehr rar. Gebaut wurde sie 1961 mit einer vollmassiven Fichtendecke und einer ausgearbeiteten Hohlkehle. Zarge und Boden bestehen aus Ahorn.


© Lacquercracks – Wie man sieht ist Kield´s Sohn auch schon sehr an Gitarren interessiert!

Es gab auch ähnliche Modelle aus den letzten Produktionsjahren mit laminierten Ahorndecken. Ausgestattet mit Tonabnehmern Mischpulten und Tremolosystemen von Schaller. Diese Modelle gab es als “Carolina” mit einem Tonabnehmer und “Alabama” mit zwei Tonabnehmern.


© Lindberg Katalog
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Alva

Es gibt Modelle mit einem Alva Label. Ich bin mir ziemlich sicher, dass diese auch von Rod. Hoyer produziert wurden. Alva war sicherlich keine Hoyer Hausmarke, da es andere Modelle mit Alva Label gibt, die auch von anderen Herstellern gebaut worden sind. Alva war sicherlich eine Handelsmarke. Ich wäre sehr froh weitere Infos über Alva zu bekommen.


© Lacquercracks

Dieses Modell gibt es auch ohne das Alva Label . In der Modellbeschreibung (oben) kann man sich diese kleine Rod. Hoyer mit einem kleinem Korpus und geflammter Ahorndecke anschauen. Es fällt auf, dass sie etwas besser und filigraner gearbeitet ist.

Liebe Gitarrenfreude
Ich suche immer nach weiteren Informationen, Katalogen und Fotos von Rodebald Hoyer Gitarren. Falls Ihr mir etwas interessantes berichten möchtet, schreibt doch einfach eine E-Mail oder besucht meine Webseite.

 

Datierungsstempel

Liste der Gitarren dessen Datierungsstempel bekannt ist:

  • 1950 dec 24 old type, with date written on a label inside ( not inkstamped ) . Guitar is shown above.
  • 1954 dec 1 Lindberg Blues, black stringspacer, many white stripes on black background
  • 1955 jan 15 jazzstar/Tango w. Lang-like f-holes.
  • 1955 aug 26 jazzstar/Tango w. Lang-like f-holes.
  • 1955 nov 19 Lindberg Bolero, white stripes on black head, black stringspacer, extra round soundhole and two f-holes w. oval endings, black
  • 1956 jun 15 speciel model with normal holes and RESONATOR. Guitar is shown above.
  • 1956 dec 15 Lindberg Rumba
  • 1957 maj 10 Lindberg Rumba
  • 1958 apr 4 Jazzstar/ Tango type w. f-holes with oval endings. AND LAMINATED TOP, probably maple
  • 1958 sep 4 Lindberg Samba
  • 1958 oct xx Rumba or Samba-like sunburst model with cutaway and red and white colored asymmetric head. Oldest sunburst we have read.
  • 1959 feb 3 Lindberg Rumba
  • 1959 123 (jan 23 or march 12) jazzstartype, red sunburst with fivepiece-neck, asymmetric head white-red-white and f-holes w. oval endings
  • 1959 aug 12 Lindberg Samba
  • 1959 nov 5 Lindberg Rumba
  • 1959 dec 16 Typical Jazzstar/Tango w. red and white head.
  • 1960 apr 7 Typical Jazzstar/Tango w. red and white head.
  • 1960 jun 21 Staccato labeled Broadway-type w. resonator and neck made of many pieces. Divided holes.
  • 1960 jul. 14 Typical Jazzstar/Tango w. red and white head.
  • 1960 sep 21 Broadway/Staccato w. resonator and neck made of many pieces. Divided holes.
  • 1960 okt 10 Brown mahogany top , blond sides, brown mahogany back ,long holes, very beautiful and jazzstarlike
  • 1960 nov. 10 Brown mahogany top, blond sides, brown mahogany back, long holes,jazzstarlike
  • 1960 nov. 22 Staccato w. neck of many pieces and resonator
  • 1960 dec 12 Reddish mahogany top, blond sides, reddish mahogany back, long holes , jazzstar-like
  • 1960 dec 21 Lindberg Rumba
  • 1961 mar 3 Broadway w. resonator and neck made of many pieces. Divided holes.
  • 1961 mar x5 Typical Jazzstar/tango w . red and white head.
  • 1961 mar 27 Typical Jazzstar/Tango w. red and white head.
  • 1961 apr 20 Typical Jazzstar/Tango w. red and white head.
  • 1961 apr 22 Typical Jazzstar/Tango , beautiful restored, lyra tailpiece, red and white head.
  • 1961 jun 9 Typical Jazzstar/Tango w. red and white head.
  • 1961 aug 22 Broadway, very beautiful. Divided holes. 15 piece neck.
  • 1961 oct 5 Flameshaped holes , thinline , solid carved spruce top.
  • 1961 nov. 20 Jazzstar like but budgetmodel w. mapletop and simpler (tortoise)bindings, holes w. round endings
  • 1962 mar 17 Flameshaped holes,asymmetric head.
  • 1962 apr24 Jazzstar/Tango red white head and f- holes w. round endings, black.
  • 1962 aug 28 Flameshaped holes and red and white asymmetric head.
  • 1962 sep 18 Jazzstar/Tango with f-holes w. round endings. No overlay on head. 9-piece neck.
  • 1963 jan 23 Jazzstar/Tango with f-holes w. round endings. No overlay on head. 9-piece neck.
  • 1963 jul 19 Broadway w. resonator, sidebumbers, and 15-piece neck. Divided holes.
  • 1963 oct 25 Broadway-like with jazzstar neck. Divided holes.
  • 1963 nov 4 Samba with f- holes w. round endings and red and white head
  • 1963 dec 10 Lindberg Sunny/Twist w. red a white asymmetric head.
  • 1963 dec 19 Jazzstar-type but labeled Broadway. (I have seen a few, but can not explain the Broadway label !)
  • 1964 jan 14 (day and month a bit uncertain) Flameshaped holes and striped sides.
  • 1964 mar 25 Alva branded, smaller body, asymmetric head
  • 1964 apr 5 Lindberg Twist/Sunny without headoverlay
  • 1964 may 14 Like the smallerbodied Alvas but unlabeled
  • 1964 nov 27 Jazzstar/Tango w. f- holes w. round endings
  • 1964 ?? ?? Jazzstar/Tango w. f-holes w. round endings, extra stripe overlay down the center of head
  • 1965 mar 8 Alva branded smaller body, asymmetric head
  • 1965 mar 8 Like the one above
  • 1965 aug 22 Flameshaped holes, maple top and stripes on sides, seven piece neck, no headoverlay
  • 196(5?) aug 22 Flameshaped holes, maple top and stripes on sides, same as above , but w. overlay on head and f piece neck
  • 1966 feb. 16 ( numbers difficult to read except year ) typical late blond jazzstar w. 9-piece neck and f.holes w. round endings.

Quellen

4 Lindberg Kataloge
Bilder von mehr als 200 Gitarren
55 Bilder von datierten Instrumenten
Untersuchung von mehr als 30 Instrumenten

Danksagung:

Vielen Dank an Stephen Candib, Simon Deobald, Frankpaush, Johann Frisch, Rolf Gückel, Kim Jensen, Herbert Rittinger, Ol’Fret , Snap, Wietse und viele andere Teilnehmer des “Euroguitars Forums” und viele eBayer weltweit, die mir Bilder und anderes Material zur Verfügung stellten.

Danksagung von Stefan Lob

Vielen Dank an Kield “Lacquercracks” für diese sensationelle Bestimmungshilfe, Herrn Martin Haberfellner für die vielen Informationen, Frau Maresa Kiermeier für die schönen Blder, Herbert Rittinger der mich als erster auf Rod. Hoyer Gitarren aufmerksam machte und durch ein Aufkleber in einer seiner Gitarren auch den Herkunftsort nennen konnte. Durch diese Informationen war es mir erst Möglich weiter zu forschen. Natürlich auch Dank an die zahlreichen Leser und Freunde, die dieses Projekt unterstüzten.

Kield “Lacquercracks” und Stefan Lob für “www.schlaggitarren.de” im Dezember 2009

Martins Restaurationen

 

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Martin Kemmler Eigenbau


 

 

 

 

 

 

 

 

Herbert´s Restaurationen

 
 

 

Originalgetreue Restaurierung meiner Osbama Tango

von Herbert Rittinger

Diese Osbama Tango, in einer roten Farbverlauf-Schattierung, (engl. sunburst) bekam ich aus der Schweiz. Sie wurde als eine „von einem Gitarrenbauer generalüberholte“ Gitarre verkauft. Ich freute mich sehr auf dieses seltene Stück. Als ich dieses dann in den Händen hielt und genauer untersuchte, offenbarten sich mir leider eine ganze Reihe von unerfreulichen Schäden. Am gravierendsten war die schlechte Bespielbarkeit, die aus einem gebogenen und verdrehten Hals resultierte. Da fragt man sich: Was hat der Mensch, der sich Gitarrenbauer schimpft, für viel Geld gemacht?!

Zum Glück hat mein guter Freund Herbert Rittinger eine ähnliche Tango bei der jedoch Armrest und Schlagbrett fehlten. Ich schickte Ihm meine Osbama, damit er sich 1:1 Kopien dieser Teile anfertigen konnte. Zurück bekam ich eine wunderschön restaurierte Gitarre. Herbert wird seine Tango wohl neu lackieren und eigentlich hätte meine Gitarre auch eine solche „Sonderbehandlung“ nötig gehabt, da der Originallack arg mitgenommen und außerdem sehr unsauber verarbeitet worden war. Weil die Farbverlauf-Ausführung bei Osbama aber relativ selten ist und meine anderen Osbamas alle blond sind, wollte ich den originalen Lack gerne erhalten. Herbert gab sich unglaublich viel Mühe, besserte mehr als 50 Schadstellen aus, retuschierte und polierte, so dass der Lack in neuem Glanz erstrahlt.

Ein besonderes Problem war der krumme und verdrehte Hals. Der Gitarrenbauer hatte eine dilettantische Lösung versucht, indem er einen Span unterlegte. Unprofessionell, da der Klang darunter leidet und er so weder Biegung noch Torsion eliminieren konnte. Herbert beseitigte Biegung und Torsion des Halses und überarbeitete die Hals-Korpusverbindung. Das Griffbrett wurde runderneuert, die Bundstäbe abgerichtet, profiliert und poliert. Des weiteren verleimte er die teilweise Ablösung von Decke und Boden und die losen Zierstreifen der Schalllöcher. Zusätzlich wurde die gesamte Hardware überarbeitet. Nachdem alle Teile montiert und justiert waren wurde das Instrument vermessen und dokumentiert. Ein wunderbares Instrument und ein Highlight meiner Sammlung; danke Herbert!

Hier ein Sound Demo der OSBAMA.
Aufgenommen über den, im Hals eingebauten, Rellog Tonabnehmer!


© HR

DATENBLATT