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Restauration einer OSBAMA Gitarre

von Martin Kemmler

Diese hübsche vollmassive OSBAMA besitzt keinen Cutaway! Die restlichen Merkmale, besonders die auffallenden Schallöffnungen in Blitzform, sind den bekannten Modellen der „OSBAMA Tango“ sehr ähnlich.
Die Bundbreite am Sattel beträgt ca. 45 mm, die Saitenbreite an der Brücke sogar runde 53 mm! Das sind komfortable, „moderne“ Griffbrett-Maße, welche das gewohnte Spiel erlauben! Mein Ziel war es deshalb, diese Gitarre klanglich und in Bezug auf eine sehr gute Bespielbarkeit hin zu optimieren, wobei die Originalität weitgehend erhalten bleiben sollte.
Allerdings war der Hals krumm wie eine Banane und die Begeisterung hielt sich zunächst in Grenzen. Herbert Rittinger jedoch half und löste das Problem, indem er den Hals begradigte. Ein herzliches Dankeschön dafür an Herbert!

Die Gitarre war mit Ausnahme des stark verwitterten Lackes substanziell sehr gut erhalten. Allerdings war die Gitarre laienhaft mit einem inzwischen defekten Höfner Pickup und einer Klinkenbuchse in der Zarge nachgerüstet worden. Die Buchse war mit Bauschaum im Inneren des Korpus befestigt, welche nun mit Mühe „endoskopisch“ entfernt werden musste! Nach der Entfernung des qualitativ schlechten Lackes erhielt die Gitarre eine vielschichtige Nitrocellulose-Lackierung in „natur“.

Brücke und Schlagbrett wurden aus Ebenholz originalgetreu repliziert. Ebenfalls wurden ein Rellog PU („Organspende“) und eine neue Klinkenbuchse eingesetzt. Der Saitenhalter mit der bekannten Form der Epiphone Jazzgitarren scheint tatsächlich der ehemals vom Erbauer verwendete zu sein.

Der wunderbare Klang der OSBAMA, sowohl akustisch als auch verstärkt, entschädigt für alle Mühen. Mit den aufgezogenen Flat Wound Saiten (Stärken 0,44-010, um den Hals nicht zu sehr zu beanspruchen) ist die Gitarre für Jazz und Blues bestens geeignet.

Das Datenblatt enthält die Maße der OSBAMA sowie eine stichwortartige Listung der durchgeführten Arbeiten.

Vor der Restauration


© annonym

Nach der Restautration


© Martin Kemmler

Datenblatt


© Martin Kemmler